Transkai und die Wild Coast

Homeland der Xhosa.

Wildes, fremdes, traurig-schönes Afrika.

Siyabona-LogoZwischen East London und Port Edward erstreckt sich über fast 1000 Kilometer die Transkei, Homeland der Xhosa, die schon in der Einsenzeit in Süd Afrika siedelten. Ein Teil von Südafrika, dessen Besuch einem in den neunziger Jahren meistens mit drastischen Worten abgeraten wurde. Heute ist es wahrscheinlich nicht anders.

Überall auf dem Weg zur Wild Coast sieht man die typischen Rundhütten der zur Bantu-Sippe gehörenden Xhosa mit dem Kraal als Mittelpunkt. Vielleicht sind es die auf uralten Riten gründenden Verhaltensweisen einer in sich hermetischen Gesellschaft, deren Fremdheit gegenüber den einheimischen Weißen bei nicht wenigen zu einer neuerlichen, mentalen „Apartheit“ geführt haben.

Weiße fahren nicht durch die Transkei, Weiße fliegen darüber hinweg; jedenfalls die meisten.

Manche äußern Unbehagen bis Furcht vor dieser Volksgruppe, eine seltsame Furcht, die sicherlich auch viel mit der Zeit der politischen Apartheit zu tun hat. Furcht vor Rache, Vergeltung, die zum Glück ausgeblieben ist? Wahrscheinlich aber doch mehr die Angst vor zu viel Fremdheit, vor einem für uns oft ganz und gar verschlossenem Verhalten, welches manchmal recht seltsam anmutet. Nicht falsch, sich vor der Fahrt in die Transkei mit Informationen über die Xhosa zu versorgen.

Mthatha und der Segen der Neuzeit.

Wild Coast SuedafrikaUm mit dem Wagen nach Umata – heute Mthatha, der Hauptstadt der Transkei, zu kommen, sollten Sie sich die Entfernungen genau einteilen; übrigens, genaue Straßenkarten schon vor dem Start unbedingt besorgen, da Straßenschilder, wenn man sie braucht, in der Regel nicht da sind.

Generell gilt, also auch für Mthatha, dass in der Transkei die Kenntnisse der gängigen Fremdsprachen wenig nutzen. Eher geht es mit Lächeln, Gesten, Körpersprache, auf Bilder zeigen etc.

Im Gegensatz zu den Geschichten, die Ihnen die meisten der einheimischen Weißen erzählen, dass nämlich hinter jedem Busch ein Xhosa hockt, um die Weißen zu erlegen und hernach zu verspeisen, kann die Transkei auch völlig andere Erfahrungen für Sie bereithalten. Auf jeden Fall aber eine einzigartige Landschaft mit dieser unglaublichen Weite, wie man sie sonst nur aus den USA kennt, mit gewaltigen Canons, sanften Hügeln, Abschnitten von Dürre wie von üppigster Vegetation. Das Großartigste aber sind die Farben, die Farben Afrikas. Sie sind einzigartig und unbeschreiblich und so besonders, dass man allein an den Farben erkennt, wo man sich aufhält.

Transkei und Wild Coast: Back to Afrika

Wild Coast SuedafrikaWild Coast SuedafrikaPondo Transkai SuedafrikaLängst entmystifiziert von seinem ursprünglichen Charakter, aber immer noch einen Aufenthalt wert: Port St. Johns, dieser von den einst weltweit umherziehenden Hippies entdeckte Ort, ein Ort erträumter ursprünglicher Besinnlichkeit, Freizügigkeit und Naturverbundenheit.

Morgan Bay, Coffee Bay, Hole in the Wall; allesamt geeignete Adressen für einen Abstecher auf einer unvergleichlichen Reise durch einen Teil Afrikas, der gewiss nicht mehr die Tiefen afrikanischer Geschichte zeigt, der aber von der Grenze zwischen Ur-Geschichte und Neuzeit dem ein oder anderen vielleicht noch etwas erzählt davon, wie es gewesen sein könnte und wie es anders auch hätte werden können.

Wie weit das steinzeitliche Afrika doch entfernt ist, merkt man spätestens, wenn man die bitteren Umstände erblickt, die die Neuzeit in diesem Teil des Kontinents hinterlassen hat.

Wilde Schönheiten. Reservate am Ostkap.

Die meisten kommen in diese Gegend, um die lange, wilde Küste zu besuchen. Besser gesagt, einen winzigen Teil davon. Vergeudung! Wenn der Satz gilt: Die Schätze einer Küste liegen oft nur ein paar Kilometer landeinwärts, dann gilt das sogar für diese in weiten Teilen noch unberührte Küste Südafrikas.

Suchen Sie den Kontrast, den Sie so schnell in dieser Intensität nirgends finden, den zwischen Meer und Land, zwischen Küstenabschnitten und dem Land direkt dahinter. Mit Sicherheit ist das Dwesa Nature Reserve einen Besuch wert. Verschlungene, geheimnisvolle Waldwege, eine reiche Vogelwelt wie auch einsamste, kilometerlange Strände finden Sie dort in der Nähe auf engstem Raum.

Besonders schön ist die Lage des Dwesa Nature Reserve direkt am Nqabara Fluß, einige Steinwürfe entfernt wiederum nur vom Meer. Auch das Hluleka Nature Reserve bietet diese Kombination aus Flusslandschaft und Küstennähe mit der immergrünen Vegetation entlang der Flussläufe, der Tierwelt des Waldes und der Küsten.

Das Silaka Nature Reserve, nicht weit entfernt südlich von Port St. Johns, bietet neben einer ganzen Reihe exotischer Vögel eine Vielzahl wilder Orchideen sowie anderer, teilweise nur hier im südlichen Afrika zu findender Gewächse. Seine Lage direkt am Indischen Ozean, seine schlichte Ausstattung und die unglaubliche Ruhe, mit der es die untergehende Sonne überzieht, macht es zu einer ersten Adresse für echte Naturliebhaber.

Xhosa FrauDas Mkambati Nature Reserve ist eine echte südafrikanische Mischung aus Naturschönheit, wie sie die Wild Coast besonders hier bietet und rustikalem Komfort mit atemberaubendem Meerblick.

Kaum zu glauben, aber neben Wandern, Schwimmen und Fischen können Sie dort auch Pferde mieten und die intensivsten Eindrücke, die die Wild Coast zu bieten hat, die Morgen- und die Abendstunden zu Pferde genießen.

Promised Land. Was ein Name? Was ein Ort? Einzigartig für seine Schönheit und Unberührtheit. Ein Platz auf einem Hügel inmitten eines undurchdringlingen Waldes mit atemberaubendem 180-Grad Blick bis zum Meer.

Keine Stadt, kein Shop weit und breit. Spektakulär und phantastisch zugleich, vielleicht noch ein Stück echtes Südafrika mit einem vier Kilometer langen, unberührten Küstenabschnitt, den man nur über den Ntafufu Fluß erreicht.

Kein elektrisches Licht stört den Schein der Sterne am südlichen Himmel. Einer der wenigen Wasserfälle, die direkt ins Meer rauschen findet man hier ebenso wie, nicht weit davon, ausgedehnte Tee-Plantagen und die Isinuka Sulphat Quellen.
Vielleicht sind beide Zeichen und Kräfte, diesen Teil Südafrikas, der einmal als unabhängiger Bantustaat Transkai gegründet wurde, in eine bessere Zukunft zu führen für all die Menschen dort, die in der Geschichte der letzten einhundert Jahre sehr viel Leid und Ungerechtigkeit haben erleben müssen.

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