Mittelmeer-Region: Termessos – Side – Antalya

Golfen in der eigenen Geschichte

Termessos – Sie wählten die Freiheit

Termessos, Türkei

Von Belek aus ist es nicht weit. Unterbrechen Sie ruhig mal Ihr Golfspiel für einen Tag und fahren rauf nach Termessos. Für Ihre Fitness ist auch an diesem Tag gesorgt, denn die letzten dreißig Minuten bis zur antiken Stadt gehen Sie zu Fuß steil bergauf. Oben angekommen entschädigt aber ein grandioser Blick hinunter zum Meer für alle Mühen; ein Tipp: festes Schuhwerk und ein wenig Attention wegen Schlangen, die aber, anders als etwa die Braunschlange im Hunter Valley in Australien, schnell flüchten. Wenn Sie sich irgendwo in der Ruinenstadt setzen, sollten Sie etwas Acht geben.
Termessos ist sicher eine der atemberaubensten antiken Ruinenstätten der Türkei. Mitten im Güllük Dağı Termessos Nationalpark liegt die Stadt zwischen 1050 und 1400 m Höhe an dem 1663 m hohen Berg Güllük, der in der Antike den Namen Solymos trug. Der Nationalpark ist Heimat einer artenreichen Flora und Fauna. Greifvögel, wilde Ziegen und Steinböcke fühlen sich hier wohl, sogar Bären soll es hier geben. Aber keine Angst, denen ist es meist wohl etwas zu laut direkt in der Stadt.

Termessos, TürkeiErstmals wird Termessos bei Homer in der Ilias erwähnt. Alexander der Große belagerte Termessos 334/333 v. Chr. vergeblich und soll ob der Werhaftigkeit der Stadt: „Ich lasse meine Armee nicht vor einem Adlernest dezimieren “ ausgerufen haben, bevor er unverrichteter Dinge wieder abzog.

Zur Zeit des Hellenismus gehörte die Stadt zum Einflussbereich der Ptolemäer und der Attaliden von Pergamon, konnte baer durch geschickte militärische Strategie und Diplomatie immer wieder Identität und Freiheit bis in die Römerzeit hinein bewahren.

Das Grab des Alketas findet man dort, der während der Diadochenkriege sein Leben ließ. Alketas war ein makedonischer Feldherr Alexanders des Großen und einer seiner Diadochen, der einst in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden war, sich mit seinem Bruder nach Termessos flüchtete und dort, als die Vetreter der Stadt ihn ausliefern wollten, Selbstmord beging.

Die Widerständigkeit der Bevölkerung von Termessos mussten auch schon die Perser bitter erfahren.  Um 500 v.Chr. war das gesamte Gebiet der heutigen Türkei, somit auch Pisidien, nahezu flächendeckend von den Persern besetzt. Aber wie in dem sagenhaften gallischen Dorf, in dem Asterix und Obelix erfolgreich sich gegen Rom zur Wehr setzten, blieb Termessos für die Perser ein unverdaulicher Brocken.Das unbeugsame Adlernest widerstand zahlreiche Belagerungen und Angriffsversuche, bis schlussendlich die Perser mit den Einwohnern  einen Friedensvertrag schließen mussten, der ihnen eine Sonderstellung unter der Fremdherrschaft gewährleistete.

Selbst unter der Herrschaft von Pergamon blieb die Stadt eigenständig und erreichte sogar mit Rom einen seltenen und extrem günstigen Friedensvertrag. Termessos unterstützte Rom aktiv und schließlich erfolgreich im Krieg gegen den pontischen König Mithridates (132-63 v.Chr.), erlebte bis etwa ins 4. Jh. eine regelrechte Blütezeit, aus der die meisten der Bauwerke stammen. Verloren hat die Stadt schlussendlich den Kampf gegen Wien, London und Berlin, in deren Mueseen einige der wertvollsten Schätze der Stadt lagern, die von Forschern nach seiner Wiederentdeckung im Jahre 1842 fortgetragen worden waren. Auf Anfragen nach Rückgabe reagieren die Museumsleiter und Regierungen der o.g. Städte bislang recht empört.

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