Scarborough

Diesen Ort scheint es überall auf der Welt zu geben. Was hat der nur an sich?

Another Time, Another Place: Scarborough.

Scarborough, Australien

Hauptstädte, Städte, Orte, Dörfer, Gehöfte etc. mit dem Namen: Scarborough scheint es ja überall auf der Welt zu geben. Und irgendwie hat mich das Gefühl nie losgelassen, dass mit diesem Namen irgend etwas nicht in Ordnung sein kann. Etymologische Studien haben mich nicht weitergebracht. Doch ich glaube ganz stark, dass Scarborough ein Wort ist, auf dem ein uralter Fluch liegt, vielleicht eine Schicksalswendung, wer weiß?

Jedenfalls ist es doch seltsam, dass Orte mit dem Namen Scarborough in der Karibik dereinst Piratennester waren und zwar von der Sorte Piraten, die nur kurzen Prozess kannten. Und besucht man die ortsansässige Kneipe im australischen Scarborough, dann weiß man recht schnell: hier würden auch keine Gefangenen gemacht, patrollierten nicht mindestens vier perfekt durchtrainierte Security Kleiderschränke pausenlos aussen und innen in der Kneipe mit dem wenig bescheidenen Namen Stamford Arms, direkt an The Esplanade at Scarborough.

Diese Armeekneipe wirbt hauptsächlich damit, dass man dort mit seiner Freundinn oder Frau auch am Wochenende bis spät in der Nacht chillen kann. Und das stimmt exakt; denn mit den Kleiderschränken ist echt nicht zu spaßen. Das tun auch Gruppen von total besoffenen OZ nicht, was nicht überall der Fall ist. Ich kann mich des Gedankens nicht erwehren, dass der Besitzer wohl genau gewußt haben muß, was an solch einem Ort passieren kann, als er die Muskelpakete engagierte. Und das Beste: es funktioniert.

Scarborough, Australien

Solche Kneippen – und dieser Art gibt es sie überall in Australien südlich des Steinbocks – fassen nicht selten dreihundert Gäste, zeigen auf mindestens vier Großleinwänden Cricket, Rugby, manchmal sogar Fußball und lassen die Wände vibrieren, wenn auf live acts trainierte Rocker am Wochende auftreten. Die machen derart eine Stimmung, dass die Bude wackelt.

Scarborough, AustralienDann rocken da Schüler und Studenten aus den High Schools von Perth neben Bankern und Finanzmaklern, abgerissene, braungebrannte Surfer flippen stundenlang aus – wenn man die richtige Zigaretten raucht, dann geht das mühelos – und Touris mit leicht ängstlichen Blicken trauen sich, auch in Ermangelung zivilisierterer Alterantiven, unsicher in den Türbereich, wo die Kleiderschränke stehen. Wären die nicht da, die Piraten machten fette Beute jedes Wochenende.

Was auch recht auffallend und auch seltsam ist, an fast jeder Tür bzw. an verschiedenen Stellen in der Bar stehen Geldautomaten. Das wäre erst mal nicht verwunderlich, aber seltsam ist das Verhalten der OZ. Denn die ziehen nicht einmal ihre Scheinchen, sondern holen sich eine gewisse Summe, saufen die weg und stellen sich dann wieder an. Ich sage es ja: die meinen garantiert: ist besser so.

Denn wenn dann doch mal Piraten die Bar überfallen sollten, ist der Verlust recht gering. Ich habe OZ gesehen, die ziehen einen Schein, kaufen zwei Guiness, trinken die aus und stellen sich wieder an. Also, das mit den Priaten muß wohl stimmen.

Scarborough, AustralienAber zuallererst ist Scarborough ein Surferparadies. Selbst wenn es so wäre, dass es ein verhexter, gar verfluchter Ort ist, den bei Nacht die Seelen der Geschundenen und Ermordeten heimsuchen, bei Tage besehen prozessieren nur allzu cool scheinende Jungen und Mädchen, Männer und Frauen mit Longboards, Noserider, Fish and Guns über die Strände zum line up.

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