Kreta – Chania Archäologisches Museum

Kleinod der minoischen Kultur

Krtea - Chania - Archäologisches Museum

Über den Rand der Geschichte Europas schauen.

Es ist wenig beachtet, wird wenig besucht von den Gästen der Stadt, obwohl es unter Eingeweihten einen ausgezeichneten Ruf hat. Es ist ein einzigartiges Kleinod mit überwältigenden Exponaten aus einer Kultur, die, obschon sie die älteste europäische Kultur ist, bislang bei den meisten Menschen nur Achselzucken hervorruft. Aus ihren ungeklärten Anfängen in der Stein- und frühen Bronzezeit entwickelte die minoische Kulturdas Fundament, auf dem wir Europäer heute stehen. Der Mythos vonEuropa entstand hier, nicht in Athen. Minotaurus ist ihr Symbol und Urgeschichte zugleich.

Das Archäologische Museum von Chania präsentiert seit 1962 in der ehemaligen katholischen Klosterkirche des Franziskanerordens San Francesco in der Straße Chalidon 21 Fundstücke Westkretas verschiedener Epochen aus Ur- und Frühgeschichte der Insel.
Der dreischiffige gotische Bau der Hallenkirche stammt aus den Jahren 1606 bis 1617 und wurde während der osmanischen Zeit als Jusuf Pascha Moschee in gotischem Stil um etwa ein Drittel erweitert.

Die Exponate des Museums sind chronologisch gegliedert. In der ersten Abteilung (3. und 2. Jahrtausend v. Chr.) sind neolithische Keramik, minoische Steinvasen, Gemmen, Keramik, Schriftrelikte auf gehärtetem Ton in Linearschrift A und B, Tonsarkophage und minoischer Goldschmuck ausgestellt.

Kreta - Chania - Archäologisches MuseumKreta - Fahrt über den AcheronDie zweite Abteilung bieten einen Überblick über die Besiedlung des Westens der Insel von der geometrischen über die klassische griechische bis zur römischen Epoche.

Diese Zeitspanne wird durch griechische und römische Skulpturen, hellenistischen Goldschmuck, Glas aus hellenistischer und römischer Zeit, Terrakotten, Tongefäße und römische Marmorporträts und Statuen dokumentiert. Besonders interessant sind einige römische Bodenmosaiken aus Chania (3. Jahrhundert n. Chr.), die mythologische Szenen darstellen (Wikipedia).

Zwei große Glasvitrinen enthalten Geldstücke, Münzen in verschiedenen Materialien wie Gold, Bronze oder Stein von faszinierender Schönheit und mit zahllosen Göttermotive wie Artemis, Dionysos, Zeus, Hera, Poseidon etc.

Eine zeigt das Motiv des Charon auf dem Acheron, dem mythischen Fährmann auf dem mythischen Fluss, der mit seiner Fähre die toten Seelen in den Hades gebracht hat und dafür mit einer Münze bezahlt wurde.

In der griechischen Mythologie sowie in Dantes Göttlicher Komödie ist der Acheron einer der fünf Flüsse der Unterwelt, in den Styx, Kokytos, Phlegethon und Lethe einmünden. Er gilt, neben der Styx, als Totenfluss.
In Platons Phaidon werden die Toten beschrieben, die einen „mittelmäßigen Wandel geführt haben“ und über den Acheron zu einem See gelangen, in dem sie sich reinigen und ihre Verfehlungen abbüßen, bevor sie wiedergeboren werden. Gelegentlich wird Acheron auch als Synonym für den Hades selbst benutzt. An seiner Mündung stand der Sage nach ein Totenorakel.

Acheron ist in der Mythologie ein Okeanide, einer der dreitausend Söhne und Töchter des Okeanos und der Tethys. Zusammen mit der Nymphe Orphne (bzw. Gorgyra) zeugte er Askalaphos.

Kreta - Fahrt über den Acheron

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Kreta - Chania - Archäologisches Museum - Linear A Schrift

Kreta - Chania - Archäologisches MuseumIn einem angrenzenden Nebenraum befindet sich die berühmte Mitsotakis Collection, eine Privatsammlung, die dem Museum überlassen worden ist, mit einer Vielzahl an besonderen Ausstellungsstücken.

Hier finden Sie neben zahlreichen Schmückstücken und Kinderspielsachen sowie Grabbeigaben einige der ältesten Siegel aus minoischer Zeit sowie eine, mit reichlicher Verzierung versehene Schüssel, auf der sich eine Gravur in der bislang unübersetzten Linear A Schrift der Minoer befindet.
Die Exponate in der Mitsotakis Collection umfassen eine Zeitraum von etwa 2800 v.Chr. bis 1100 v.Chr. und sind bis heute teilweise noch in keinem Katalog veröffentlicht. Angrenzend an die Sammlung liegt noch ein kleines Aussengelände mit griechischen Ausgrabungsstücken.

 

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