Bergamo

Stadt zwischen Alpen und Po-Ebene

Bergamo –  wie die Kulisse eines Amphiteaters.

Bergamo, Italien

Die Überschrift deutet schon an, die Stadt hat Geschichte, eine sehr, sehr lange Geschichte. Bergamo liegt gewissermaßen auf der letzten Alpenerhebung am Übergang zur Po-Ebene. Genau genommen liegt die Oberstadt, die Città Alta, auf einem der letzten Alpen-Ausläufer auf etwa 400 Meter ü.M., während die neue Città Bassa, die Unterstadt, schon in der Ebene liegt.

Der Altstadthügel beherbergt den historischen Teil der Stadt, die Unterstadt ist Geschäfts-, Mode- und Wohnviertel. Ca. 200 v. Chr. eroberten die Römer die Stadt und nannten sie Bergonum. Ptolämeus und Cato schreiben jeweils andere Volkstämme der ursprünglichen Stadt zu, aber wahrscheinlich waren es Gallier, die nach der Vertreibung der Etrusker sich hier niederließen.

bergamo4Bergamo und die Lombardei waren ein einziger Kriegsschauplatz und ein einziges Gemetzel über die Jahrhunderte. Vom Hunnenkönig Attila über Barbarossa bis hin zu Napoleon und den Österreichern geführten Herren rammte man sich hier die Schwerter in den Leib und zerschoß sich die Knochen. Bergamo gehörte sogar ein Weile zum Königreich Sardinien, bevor es zum italienischen Staat stieß.

Heute finden nicht einmal zu große Massen an Touristen in die Stadt, so dass sich ein Besuch in ihren alten Mauern der Oberstadt eher gemächlich ausmacht.

Die Città Alta steht ganz unter Denkmalschutz. Sie ist von einer fünf Kilometer langen, beachtlichen Stadtmauer aus dem 16. Jhd. mit mehreren Wehren und Bastionen umgeben.

Von unten sieht die Altstadt aus wie ein römisches Amphiteater, das fast jeden Abend sonnenbeschienen zu einer gigantischen Kulisse illuminiert wird, vor der die Besucher und Fußgänger auf der Mauer hell angestrahlt wie Darsteller einer laufenden Theateraufführung wirken.

Überhaupt wirkt die ganze Alstadt wie ein Open Air Theater und ganz besonders, wenn in der Mitte der Altstadt auf der Piazza Veecchia mit ihren historischen Gebäuden das Orchester der Stadt aufspielt, Lesungen oder Kunst-Performances stattfinden.

Das Ensemble, bestehend aus Palazzo Vecchio, worin sich das mittelalterliche Rathaus befindet, der Stadttum und der etwas zurück liegende Dom mit seiner beeindruckenden Kuppel, bilden ein geschlossenes, stimmiges Zentrum, in dem viele Menschen gerne ihre Zeit in Muße in einem der zahlreichen Cafes und Restaurants verbringen.

Nicht weit davon findet man die Kirche Santa Maria Maggiore, ein wirklich sehr schöner romanischer Bau aus dem 12. Jhd. In ihren alten Gemäuern sieht man Denkmäler und Gräber der Musiker Gaetano Donizetti und von Johann Simon Mayr. An die Kirche angebaut ist die prachtvolle Cappella Colleoni, die die Grabmäler des Generals Bartolomeo Colleoni und seiner Tochter Medea überwölbt.

Bergamo, ItalienGeht man nach Osten, dann kommt man nach kurzem Weg an die kleine Kirche S. Michele al Pozzo Bianco, die einige berühmte und sehenswerte Fresken von Lorenzo Lotto enthält. Traditionell wird die Kirche von Einheimischen als Hochzeitskapelle genutzt.
Ebendort befindet sich auch der einzige, noch erhaltene gotische Kirchenbau, die Ex Chiesa di S. Agostino des Augustinerklosters mit ihrer ganz speziellen Atmosphäre, die nur gotische Innenräume ausstrahlen können.

Viele kleine Läden, traumhaft romatische Resturants, lauschige Pensionen und kleine Hotels säumen die schmalen Kopfstein-Gassen und dann der Ausblick vom alten Kastell auf dem Hügel San Vigilio nordwestlich über der Altstadt; einfach ein Genuß diese herrlich ausgedehnte Fernsicht, besonders in der späten Nachmittagssonne

Eine Standseilbahn, die in kurzen Abständen zwische Città Alta und Basso verkehrt, bringt Sie schnell in die Unterstadt, in der Sie die Accademia Carrara unbedingt besuchen sollten. Sie beherbergt eine beachtliche Gemäldesammlung mit Werken von Botticelli, Rubens, Raffael, Pisanello und vielen anderen Malern der italienischen Renaissance.

Die Porta Nuova, ein altes Stadttor, ist der Mittelpunkt der Unterstadt.  Flaniermeile ist die pulsierende Einkaufsstraße Via XX Settembre und im Osten davon befindet sich die Via Tasso, auf dem man  bedeutende Verwaltungsgebäude findet wie die Heilig-Geist-Kirche – Chiesa di Santo Spirito –  mit Gemälden von Lotto und Borgognone. Geschäfte, Restaurants, Ateliers von Kunsthandwerkern, jede Menge Bars und Trattorien finden Sie hier ebenso zum chill-out.

An der Via San Tomaso, die den Hügel hinauf zur Altstadt führt, befinden sich auch mehrere Sehenswürdigkeiten wie z. B. die Kunstakademie Carrara mit der Pinakothek, die rund 1500 bedeutende Werke  italienischer und europäischer Malschulen beheimatet. Die Gamec, Galleria d’Arte Moderna e Contemporanea, befindet sich auch hier und zeigt neben ihren Wechselausstellungen eine ständige Sammlung bedeutender zeitgenössischer Kunst.

 

 

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