Sardinien: Nordküste

Mehr als nur die Costa Smeralda

Nordküste

Sardinien

Die vom Tourismus als erstes erschlossene Nordküste ist, anders als von einer Touristenhochburg anderer Mittelmeerinseln gewohnt, wunderschön. Alle Hässlichkeiten, die man vermuten würde wie Betonburgen am Strand, riesige Tankstellen und laute Reklametafeln, existieren hier nicht. Zerklüftete Granitfelsen umgeben fast schützend hunderte kleine und große Buchten mit smaragdgrün schimmerndem Wasser und strahlend weißen Stränden.

Hier befindet sich auch der Tummelplatz der Schönen und Reichen, des internationalen Jetsets. Wer es im Showgeschäft oder in der Wirtschaft zu was gebracht hat, oder es gerne zu etwas bringen will, trifft sich hier  an der Costa Smeralda.

Costa Smeralda

Sardinien“Dies ist sicherlich ein Ort für die materiell überdurchschnittlich versorgten Leute, andere möchte ich auch gar nicht zu Gast haben” – so der Originalton des Aga Khan, der einst den 3000 ha und 55 km langen Küstenstreifen kaufte, um seine Idee des Nobeltourismus hier zu verwirklichen. Seitdem ist die Costa Smeralda aus der Top10 der exklusivsten und schönsten Orte dieser Welt nicht mehr wegzudenken.

Zu einem Teil stimmt diese Aussage – Namen wie Porto Cervo oder Cala di Volpe sind uns aus der Klatschpresse wohl bekannt. Verbringen doch hier Leute wie Madonna, Sting oder der italienische Premier Silvio Berlusconi ihre Ferien. Auch befindet sich hier unter anderm der Billionaire Club, die Nobeldisco des ex Formel1 Moguls Flavio Briatore. Inzwischen ist die Costa Smeralda aber auch für den “Normalsterblichen” erschwinglich geworden, so man auf den Luxus der 5 Sterne Hotels verzichten kann.

Durch die nördliche Lage zum Canale di Sardegna ist die Costa Smeralda mit viel Wind gesegnet und so zu einem beachtlichen Seglerparadies geworden. Der Segelhafen Porto Cervo ist mit allem ausgestattet, was das maritime Herz begehrt. Porto Cervo ist als eigenständiger Ort konzipiert. Die Architekten haben dabei darauf geachtet, die Gebäude im alten mediterranen Stil zu entwerfen, der sich perfekt in die Landschaft einpasst und so das Landschaftsbild nicht zerstört. Diesem Beispiel sind die angrenzenden Orte Porto Rotondo und Baia Sardinia gefolgt.

Das nahe Arzachena bietet dem an archäologischen Stätten Interessierten einige bedeutende Zeugnisse der Nuraghenzeit. Die Albuccio und der Nuraghentempel Malchittu sind nur etwa 3km vom Ortszentrum entfernt. Auch das eindrucksvolle Riesengrab an der Straße nach Luogosanto, Coddu Ecchju mit einem gewaltigen Monolith, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Golfo Aranci

SardinienDie kleine Fischerstadt Golfo Aranci beherbergt neben Olbia einen der zwei Touristenhäfen im Norden Sardiniens. Zweimal täglich legen hier die Fähren von Sardinia Ferries an. Der Weg von Golfo Aranci, egal wo man hin will, führt einen unweigerlich an der Costa Smeralda vorbei. Haltebuchten entlang der Küstenstraße lassen den grade angekommenden Reisenden einen ersten, faszinierenden Eindruck von Sardinien erlangen.

Olbia

Olbia ist nach Cagliari im Süden mit rund 40.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Sardiniens. Die witschaftliche Entwicklung hat Olbia in den letzen Jahren zu einer der Städte werden lassen, der man eine glänzende Zukunft verheissen kann. Hier befindet sich einer der drei großen Flughäfen der Insel. Ferienflieger bringen hier im Sommer fast täglich tausende von Touristen auf die Insel. Durch diese gute touristische Infrastruktur ist sie für viele Reisende das Tor Sardiniens.

Neben dem florierenden Touristenhafen, an dem die Fähren vom Festland anlegen, befindet sich in Olbia auch einer der großen Industriehäfen Sardiniens. Sehenswert ist die aus lokalem Granitgestein im 11. und 12. Jh. errichtete Kirche San Simplicio. Die Stadtstrände sind Porto San Paolo, Porto Isana und Pittulongo, der mit dem Bus nach Golfo Aranci zu erreichen ist. Hier befinden sich Bars, Restaurants und ein Wassersportgeräteverleih.

Palau und das Maddalena Archipel

SardinienFolgt man der SS125 erreicht man schnell den kleinen Hafen von Palau. Von hier aus verkehren Fähren zum La Maddalena Archipel. Die Inseln liegen nur wenige Kilometer vom Festland entfernt und stellten vor der tektonischen Plattenverschiebung den Landweg nach Koriska dar. Von den über 50 Inselchen ist heute nur eine wirklich bewohnt.

Die Hauptinsel mit ihren 50 Quadratkilometern ist benannt nach dem Archipel La Maddalena. Die Insel verfügt über einen aktiven Fischereihafen. Der mediterrane Flair, der auch hier durch die Architektur beibehalten wurde, wird von einem Palais im Ortskern noch unterstrichen. Ähnlich wie an der Costa Smeralda, sind auch hier kleine Ferienvillensiedlungen entstanden.

Sehenswert ist das Schiffahrtsmuseum, Museo Archeologico Navale Nino Lambglia, in dem man das Wrack eines römischen Frachtschiffes bewundern kann. La Maddalena ist umrandet von malerischen Buchten und Stränden. La Maddalena sowie alle anderen Inseln des Archipels gehören zum Naturschutzpark, Parco Nazionale Archipelago di La Maddalena.

Über einen Straßendamm ist La Maddalena mit der Isola Caprera verbunden. Hier zog sich 1861 der italienische Nationalheld Giuseppe Garibaldi zurück. Er kultivierte die Insel, baute ein Haus und wurde, nachdem er 1882 starb, in seinem Garten unter einem riesigen Granitblock begraben. Sein Haus, la Casa Bianca, ist heute Museum und Gedenkstätte.

Fahrten zu den anderen, kleineren Inseln Sparga und Budelli werden täglich von Palau aus angeboten. Da sie zum Nationalpark gehören, dürfen sie nur im Rahmen dieser geführten Bootsfahrten betreten werden – nachdem auf der Isola Budelli mit ihren rosafarbenen Muschelstränden jahrelang Badegäste den wunderschönen Sand als Souvenir mit nach Hause schleppten. Das Anlanden mit dem eigenen Boot ist ebenso streng verboten, wie das Eingreifen in die Natur und in die Unterwasserwelt vor den Inseln. Mehr Informationen zum La Maddalena Archipel bekommen Sie auf der Webseite La Maddalena Archipel.

Porto Pollo

SardinienPorto Pollo nahe Palau gilt als das Windsurf Eldorado Sardiniens. Durch den Canale di Sardegna, dem Meereskanal zwischen dem nur 12 km entfernten Korsika und Sardinien, herrscht hier immer Wind. Als einer der besten Windsurfspots Europas ist es selbstverständlich, dass es zahlreiche Windsurf- sowie Kiteschulen mit Materialverleih gibt. Genaue Informationen über die beste Saison, Preise und Unterkünfte gibt es bei Webseite Windsurf Village.

Castelsardo und Porto Torres

Von Palau aus kommt man über Santa Teresa di Gallura nach Castelsardo. Auf der Küstenstraße präsentiert sich Sardinien wieder einmal in seiner ganzen Schönheit. Das malerische Castelsardo ist eindrucksvoll in und auf einem riesigen Trachytfelsen gebaut. Bekannt ist Castelsardo durch seine Osterprozession, die traditionsreichste und wohl schönste Prozession Sardiniens.

Porto Torres erkennt man von weitem durch seine riesigen petrochemischen Anlagen. Neben seiner Funktion als wichtigster Fährhafen Nordsardiniens, von dem aus Fähren nach Civitavecchia, Genua, Nizza, Marseille und Toulon starten, machen hier auch Container und Tankschiffe fest. Die Discotheken und Strandcafés werden in den Sommermonaten nicht nur von den Massen aus Porto Torres, sondern auch aus dem nahen Sassari besucht. Neben der Industrie finden sich hier auch sehr gut erhaltene Zeugnisse der frühen römischen Geschichte. Die Basilica di San Gavino aus dem 11.Jh., die zugleich auch Grabstätte des Namensgebers ist, gehört zu den bedeutendsten romanischen Bauten Sardiniens.

Tempio

Der Weg zu dem knapp 600 m hoch gelegenen, verschlafenem Städchen Tempio Pausania führt einen quer durch die Korkeichenwälder der Gallura. Nirgendwo sonst auf Sardinien findet man die traditionelle Korkeiche in solch einer Dichte. Neben der bezaubernden Fußgängerzone des Granitstädtchens kann man auch eine wunderschöne Kathedrale aus dem 15 Jh. bestaunen. Etwa 4 km entfernt liegt das Dorf Luras. Dort findet man das erst vor kurzem freigelegte Gigantengrab Giganti.

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