Martinique magnifique

Und dann will keiner mehr weg.

Oder wo Franzosen mittags Gott zum Red Snapper einladen.

MartiniqueJa, was Martinique an manchen Stellen im Süden auf schlechte Art und Weise so französich macht, ist, daß sie fast frei von colored people ist. Auch das ist Martinique, nicht für alle Gottes Inselparadies. Aber wie die Geschichte zeigte, hatte Gott immer ein Einsehen mit den gallischen Barbaren und sandte ihnen Francois Villon, Victor Hugo, die deutschen Idealisten, Malreaux, die Revolution – und Vincent.

MartiniqueSo war dem einst heiser krähenden, etwas unterernährten ‚Hahn‘ die geistig-kulturelle Gnade von höchster Stelle gewährt und das Volk dankte es mit alltäglicher Leidenschaft; nein, weniger in der Liebe oder im Moulon Rouge mit Can Can, sondern am Topf, genauer dem kochenden, an dem der Franzose sowohl sein schlechtes Gewissen gegenüber all denen, die er in die Pfanne gehauen hat und haut als auch gegenüber Gott und seinen kulturellen Gaben nun täglich Abbitte leistet – und das auf so ausgefeilte Art, das er nicht ganz zu Unrecht meinen mag, er sei ein Kind des Himmels.

So steht er nun da an all den Pfannen, Schalen, Töpfen und Tellern und kreiert mit höchster Verve und auch Begabung die subtilsten Gaumenfreuden, immer in der Sorge, Gottes Gnade könnte ihn wieder verlassen und ins triste Zeitalter des Coque aux nix zurückschicken. Ach, übrigens, was würden Sie denn machen, wenn Sie täglich mit dem Besuch des Himmlischen rechnen müßten? Genau, Sie würden kochen wie der Teufel.

Aber sicher! Und deshalb haben wir Irdischen es auch so gut beim Franzosen, denn nicht nur die Speise adressiert den höchsten Gourmet, auch die Preise sind, zumindest auf Martinique, von allerhöchster Hochachtung gegenüber dem Gast. Deshalb sehen die Strände auf Martinique, jedenfalls die, wo die Franzosen sich aufhalten, allesamt ab clock 12.00h so aus wie nebenstehend am Pte de Salines.

Martinique7Wie auf ein geheimes Zeichen, einen für andere Nationalitäten unhörbaren Ruf, leert sich der Strand Punkt 12 schlagartig und die gallische Community verschwindet geschlossen für mindestens zwei Stunden in den Restaurants, um für einen wahrlich passablen Preis – meistens unter 10 EURO – göttlich zu speisen. Und das nicht nur in Ste-Anne z. Bsp. wo man wirklich wie Gott in Frankreich die heiße Mittagszeit verbringen kann, sondern so ist es fast überall auf Martinique, high noon.

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