Katrin Roeber

Erzählungen einer Malerin.

Von der realitätsflüchtigen Anziehungskraft des Schönen.

katrin-roeber-kubus-jens-masatomokatrin-roeber-kubus-yvonne-alexiaKatrin Roeber nahm an der Ausstellung DOPPELBRAND der Weinbrennerei Dujardin vom 24.11.2012-02.12.2012 teil. Sechs Künstlerkollegen kopierten sich gegenseitig.

Gezeigt wurden Nachahmungen und Abkupferungen gehüllt in einen Mantel von geistigem Eigentum, so der Einladungstext, der uns auch gleich eins der Themen vorstellt, mit denen Katrin Roeber sich ausgiebig und eindringlich beschäftigt hat.

Mit dem Thema: Nachahmungen. In seinem Text: Nachahmung und Vorstellung auf der Webseite von Katrin Roeber stellt E. Schönenberg eine thematische Verbindung zwischen Platons und Aristoteles‘ Verständnis der Mimesis und der Kunst von Katrin Roeber her.

„Das Ungewöhnliche an diesem Projekt ist, dass bekennende Individualisten bereits abgeschlossene künstlerische Werke als Inspirationsquelle nehmen und auch ihrerseits ihr geistiges Eigentum zum Kopieren, Nachäffen und Abkupfern freigeben.
Aus diesem Transfer von Bildideen entwickelt sich in den Ateliers eine stille Kommunikation auf der bildnerischen Ebene: Inwieweit kann eine bereits vollendete inhaltliche und formale Umsetzung als Vorbild für eine neue künstlerische Aussage dienen? Wäre das nicht bloß eine Verdoppelung?“

Wohin es führen kann, wenn die Nachahmungen einer eh schon unvermeintlich getätigten Nachahmung nun auch noch mehrfach abgekupfert und nachgeäfft werden, der mag sich daran erinnern, als er die letzte Flasche eines Doppelbrands geleert hat; so muss das Ergebnis dann wohl aussehen, könnte man meinen, erste Stufe eines beginnendes Deliriums.

Da unterscheidet die Kunst sich generell nicht vom mächtigen Schwips oder vom göttlichen Wahsinn der Dichter, wie Platon sie rühmt in seinem „Phaidros“. Soweit ist der Platon meist doch zu unrecht unterstellte, gezügelte, bisweilen zensorische Umgang mit der Kunst gar nicht entfernt vom affektiven Fieber und dessen Katharsis eines Aristoteles.

Die Chance, den ausweglosen, tragischen bis verwirrenden Verstrickungen im täglichen Leben zu entgehen ist gleich Null. Es aber verträglicher zu gestalten, ja sogar zu genießen, war dem Dichter Platon ebenso wenig fremd, wie dem Denker und Theatergänger Aristoteles. In wie weit ein „Brand“, gar ein doppelter dazu einen Beitrag zu leisten vermag, sei dahingestellt. Dessen „Geist“ waren die Künstler nicht selten zugeneigt.

roeber4Der Kunst, jenseits einer verzerrten Wirklichkeitsabbildung inhärent ist ja auch jene realitätsflüchtige Anziehungskraft des Wahren, insofern nur der Künstler in seinem Tun als Künstler ständig anwesend ist.
„Wenn sich aber der Dichter nirgends verbirgt, dann entsteht eine Dichtung oder Erzählung ohne Nachahmung, in mittelbarer Wiedergabe“, so Platon in seiner Politeia, eine Diegesis, eine Erzählung, im Gegensatz zur nachahmenden Mimesis.

Diegesis versus Mimensis.

Diese Art von „Erzählung“ finden wir im Werk von Katrin Roeber.

„Mein Malprozess besteht aus zwei Schritten. Als erstes vereinfache ich das Motiv, indem ich die verschiedenen Raumebenen bestimmten Farben, Formen und Pinselstrukturen zuordne. Es entstehen kubistische Formen mit expressiven Farben.

Im zweiten Schritt setze ich mich mit der ständigen Veränderung des Lichts auseinander, das die Farbstimmung beeinflusst und die Schatten in Bewegung hält. Hier kommen die Faktoren Geschwindigkeit und Zeit ins Spiel. Mit einer naturnnahen Farbwahl und schnellen, fast impressionistischen Pinselstrichen, fasse ich meine Wahrnehmung der Atmospäre zusammen. [..] Das gelungene Bild wird so als eine geglückte Synthese von kunstgeschichtlichen Referenzen und meiner eigenen Beobachtung der Landschaft und des Lichtwechsels erscheinen.“ (K. Roeber)

Bitte lesen Sie weiter auf Seite 2: Katrin Roeber: Erzählung aus Schnipseln. Die Technik des Holzschnitts.

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