Jahesrückblick: Das war das Jahr 2016

Zeitgenössische Kunst auf OnGolf

Offener Brief an alle Künstlerinnen und Künstler auf OnGolf.

Einen Jahresrückblick für 2016 zu geben fällt schwer, ist doch am 16.12.2016 um die elfte Stunde Hans-Jörg Holubitschka verstorben. Eine kurze Erinnerung an ihn findet ihr hier.
Wahrscheinlich interessiert euch unter diesen Umständen auch wenig, wie sich die Zugriffszahlen auf eure Seiten entwickelt haben, zumal diese Werte auch wenig von dem wiedergeben, was euch und mich wirklich interessiert. Was mein Interesse kürzlich enorm geweckt hat, war ein Zugriff aus China. Der hatte auf der Suchmaschine Bing Images Suchbegriffe: „norbert tadeusz malerei“ eingegeben und fand dann dort als Ergebnis die Seite von Robin Weuste auf on-golf.

Wahrscheinlich wäre gewesen, wenn unser chinesischer Gast nun schnell den Irrtum: hier bin ich ja ganz falsch gemerkt und sogleich das Weite gesucht hätte; aber mitnichten! Er blieb genau 1 Sunde und 29 Minuten, ein Spitzenwert auf den Kunstseiten, downloadete haufenweise Bilder von Robin Weuste herunter, bis auf einen ganz kurzen Ausritt nach Südamerika.

Höchst wahrscheinlich hat unser Besucher Robin Weuste gar nicht gekannt, suchte er doch nach Norbert Tadeusz. Ebenso höchst wahrscheinlich kennt er Robin Weuste nun etwas besser. Das macht uns Spaß. Wenn von irgendwo her Zugriffe auf Künstler erfolgen, unbeabsichtigt, und sich dann doch mit dem Künstler und seinen Werken beschäftigt wird; höchst wahrscheinlich.

Und gerade bei den Zugriffen aus dem Ausland hat unsere Kunstgalerie stark zugenommen. Führend sind Zugriffe aus den USA neben Frankreich, England, der Schweiz und Österreich. Dass Nordamerika noch vor den meisten europäischen Staaten liegt, überrrascht dann doch ein wenig, oder?

Aber erst durch die Kombination von Suchbegriffen, die nicht gezielt nach einem bestimmten Künstler fragen und der zunehmenden Internationalität der Zugriffe selbst wird ein schöner Schuh für uns daraus. Denn so werden die Kunstseiten wirklich entdeckt und unser Ziel, Künstler ein wenig sichtbarer in der Welt werden zu lassen, erreicht.

Damit die Sichtbarkeit – und dafür brauchen wir eben Google – noch besser wird, haben wir einen „Ausstellungs-Kalender“ implementiert, zu sehen hier auf der Galerieseite. Zugleich liegen alle Termine in einem „Archivverzeichnis “ und bleiben damit „ewig“ (im Google Zeitraum gedacht) erhalten.
Wir glauben zwar, dass die Werke unserer Künstler locker den Google Zeitraum überleben werden, dafür aber müssen sie trotzdem irgendwann einmal den Schritt in das Internet, das World Wide Web, gemacht haben. Jetzt, wo Hans-Jörg Holubitschka gerade einmal ein paar Tage tot ist, haben die Zugriffe auf seine Seiten bei on-golf dramatisch zugelegt wie auch die Downloads seiner Bilder. Jeder will jetzt etwas von Hans-Jörg auf seinem PC, vielleicht sogar in seinem Kopf haben. Es scheint so zu sein wie es (fast) immer war: ein toter Künstler ist für das allgemeine Interesse wertvoller als ein lebender. Zumindest für die Werke scheint das zu gelten.

Generell kann man bei den Downloads in Verbindung mit der Verweildauer auf den Seiten mittlerweile doch signifikante Unterschiede in den Verhaltensweisen der Nutzer erkennen. Der Kunstbereich insgesamt entspricht, was das angeht, eher einer Normalentwicklung, allein durch die Dauer seiner Präsenz im Internet bedingt. Die Verweildauer auf den einzelnen Seiten war im Durchschnitt auch wieder angestiegen, vielleicht deutet das darauf hin, dass die Besucher sich auch länger mit den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern beschäftigt haben; höchst wahrscheinlich.

Bei den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern sieht das dann aber gleich ganz anders aus. Die mit den meisten Aktualisierungen, also neuen Bildern, neuen Ausstellungen etc. setzen sich mittlerweile weit (disproportional) von den anderen ab. Ihr wisst schon, wen das von euch betrifft, also spare ich mir dieses Jahr auch ein Ranking.

Ich weiß, dass einige von euch dem sog. öffentlichen Diskurs über Kunst recht kritisch gegenüber stehen und vieles in diesem Diskurs ist auch veritabler Mist. Aber eben nicht alles. Aber es ist auch kein Zufall, dass dort in den Ländern, wo seit vielen Jahrzehnten der öffentlich Diskurs über Kunst am intensivsten läuft, wo die meisten, auch einige der sogar besten Kunstzeitschriften on- und offline herkommen, auch die größte Bekanntheit der Kunst, Künstlerinnen und Künstler, die teuersten Preise für deren Werke, die besten Galerien, die schönsten Museen und bedeutensten Sammlungen  etc. existieren. Auch von zeitgenössischer Kunst aus Deutschland, wie dies übringens vormals auch für die heute so genannte klassische Moderne zutraf,  nur leider sprechen wir beim Kunstdiskurs weder im Rückblick auf das 20. Jahrhundert wie auf die Gegenwart nicht über Deutschland.

Le roi est mort, vive le roi! Also, auf in ein neues Jahr und ich wünsche euch allen, nach einem guten Rutsch ein spannendes, interessantes, lustvolles Jahr 2017. Bleibt gesund und denkt, wenn ihr wieder nüchtern seid, oder angestoßen habt ein paar Minuten an Hans-Jörg Holubitschka.

Franz Rieder

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