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Playing Augasta National Golf Club

Elitär – vergöttert – solitär

Nicht wie jeder andere Golfclub.

augasta

Savannah River, Augusta, Georgia, USADer Augasta National Golf Club liegt ca. 260 km östlich von Atlanta im Bundesstaat Georgia.
Mit 195.000 Einwohner ist Augasta die zweitgrößte Stadt in Georgia und damit ist schon fast alles über sie gesagt, wäre da nicht das alljährliche Masters Golfturnier, das auf dem clubeigenen Gelände seit 1934 stattfindet.

Von einiger wirtschaftlicher Bedeutung sind noch erwähnenswert der Firmensitz der Golfcart-Hersteller ClubCar und EZGO,
die Army Base Fort Gordon und Savannah River State, ein großes militärisches Sperrgebiet des US-Energieministeriums (DOE) mit einer Anlage zur Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen und zur Herstellung von Atomwaffen sowie der geschichtsträchtige Savannah River selbst.

Der Golfclub wurde im Dezember 1932 gegründet und entwickelte sich zu einem sehr exklusiven Privat-Golfclub mit einigen erwähneswerten Traditionen und Begebenheiten. Eine davon ist sicherlich das beim Masters traditionell an den Gewinner verliehene „Green Jacket“, ein grünes Sakko, erstmals 1937 eingeführt als Clubdress für die Mitglieder. Seit 1958 existiert ein zusätzlicher Par-3-Platz. Knapp sechzig Jahre nach seiner Gründung wurde 1990 der erste schwarze Amerikaner als Mitglied aufgenommen. Laut interner Clubregel durften die Tätigkeiten eines Caddies nicht von Weißen ausgeübt werden, so dass die Caddies jahrzehntelang ausschließlich afroamerikanischer Abstammung waren.

Lawrence Donegan, britischer Buchautor und ehemaliger Golfreporter des „Guardian“, nutzte diesen Anlass für einen Tweet als Wink mit dem Zaunpfahl an seine britischen Leser. Er bemerkte, dass die British Open im kommenden Jahr im ehrenwerten Muirfield Golf Club in Schottland stattfinden – einem Club nur für Männer.

Karikatur, Augasta, Georgia, USAAber nicht nur wegen seines rassistischen Gedankengutes, sondern auch wegen seiner sexistisch restriktiven Aufnahmebedingungen war der Club häufig in der Kritik. Legendär die hitzige Debatte um den Beitritt der ersten beiden weiblichen Mitgieder, die ehemalige US-Außenministerin Condoleezza Rice und die Unternehmerin Darla Moore, die am 20. August 2012 in den ANGC aufgenommen wurden. Vorangegangen war eine, durch Martha Burk, Vorsitzende der Frauenrechtsorganisation NOW, im Jahr 2002 losgetretene, nationale Protestkampagne gegen die von ihr als diskriminierend angesehene Politik des Clubs, Frauen zwar in Begleitung von männlichen Mitgliedern auf dem Platz spielen, aber nicht Mitglieder werden zu lassen.

Sie schrieb offene Briefe an prominente Mitglieder, besonders Politiker, die zur Wiederwahl standen, und forderte sie auf, eindeutig Stellung zu dieser Form von Diskriminierung zu beziehen. Sie organisierte eine Protestkundgebung in der Masters-Woche im Jahr 2003, übte Druck auf die Werbepartner des Turniers aus und ließ keine Gelegenheit aus, öffentlich den Club anzugreifen.

Augasta National Golf Club, Augasta, Georgia, USADer Standpunkt des Clubs wurde vertreten durch den damaligen Vorsitzenden William „Hootie“ Johnson, der kundtat, die Regel stehe nicht zur Diskussion, selbst wenn man „mit dem Bajonett auf ihn zielen würde“. Der Augusta National Golf Club sei eine rein private Organisation, die das Recht habe, selbst zu entscheiden, wen sie als Mitglied aufnehme und lasse sich nicht durch Außenstehende erpressen.

Da fehlte „Hootie“ aber einigermaßen bei der Einschätzung der Macht des neuen amerikanischen Feminismus‘ und der öffentliche Druck führte am Ende zu einem Rückzug der Sponsoren des Masters, so dass die TV-Übertragungen in den Jahren 2003 und 2004 ohne Werbeunterbrechung liefen, was für den Club ein schwerer Imageschaden war. Die Frauenrechtlerinnen schrieben mit den ersten beiden weiblichen Mitgliedschaften sich dies als Erfolg auf ihre Fahne.

Trotzdem blieb bis heute eine der Besonderheiten des Augusta National Golf Club: Jeder Club der Welt ist zuallererst ein Club der Mitglieder, den diese formen und gestalten. Anders in Augasta. Wo anderen Ortes der Chairman die Beschlüsse der Inhaber oder der Mitglieder umsetzt, führen in Augusta die Mitglieder die Beschlüsse des Chairman aus.
Zitat eines amerikanisches Journalisten: „Augusta ist das Singapur der USA: klein und wohlhabend, effizient und erfolgreich, fleckenlos und humorlos und ohne jede Barmherzigkeit.“

Und weil dies so ist, seien an dieser Stelle die Namen der Chairmen genannt. Es sind Clifford Roberts (1934-1976), William Lane (1976-1980), Hord Hardin (1980-1991), Jack Stephens (1991-1998), William „Hootie“ Johnson (1998-2006) und William Porter „Billy“ Payne (seit 2006).

Knockin‘ on Haevens Door

Augasta National Golf Club, Augasta, Georgia, USAOffizielle Informationen über den Golfclub gibt es praktisch keine, insbesondere keine über die aktuellen Mitglieder. Gerüchte raunen, dass alle oder zumindest alle republikanischen US-Präsidenten Mitglied waren bzw. sind.Dies gilt als widerlegt.

Nur die Mitgliedschaft des äußerst passionierten Golfers und ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Dwight D. Eisenhower, nach dem auch einige der bekanntesten Landmarken auf dem Platz benannt sind, ist gesichert.

In einer Mitgliederliste, die 2002 von USA Today veröffentlicht wurde, finden sich bekannte Politiker, wie z. B. George Shultz und prominente Unternehmer bzw. Manager wie Jack Welch, bis September 2001 CEO von General Electric, Warren Buffett, das Finanzorakle von Omaha, William C. Ford und Lou Gerstner usw..

Als einziger Deutscher soll es Wolfgang Reitzle, von Januar 2003 bis Mai 2014 Vorstandsvorsitzender der Linde AG, auf die Mitgliederliste geschaftt haben. Also, lieber Leser, cool down, weder Piech noch Papst haben es geschafft und auch nicht die Wirtschafts-Tycoone aus deinem Club. Gemessen daran sind wir also alle gleich Sterbliche hinterm kleinen weißen Ball und die Tore zum Olymp unseres Sportes bleiben uns allen gleich verschlossen.

Fast alle rüttelten – wie einst unser Kanzler Schröder am Zaun: ich will hier rein, nur wenige haben es geschafft und einzig der mexikanisch-stämmige Golf-Champion Lee Trevino, dem die Mitgliedschaft der Sage nach angetragen worden ist, hatte die Verve, Mitgliedschaft und die Einladungen zum Masters 1970 und 1971 auszuschlagen. Seine Begründung: er fühle sich in dieser weißen, südstaatlich geprägten Organisation unwohl.

Augasta National Golf Club, Augasta, Georgia, USAUns anderen wird wohl auch kaum das Privileg zuteil, durch das kommentarlose Zusenden der Rechnung des Clubs und deren wortloser Begleichung dem Club der Erlauchten beitreten zu können. Auf ein offizielles Aufnahme- oder Bewerbungsverfahren darf man nicht hoffen. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die Mitgliedschaft nur durch eine Einladung von Seiten des Clubs zustande kommen kann und diese wird nicht durch einen Telefonanruf oder Brief übermittelt, sondern durch die oben zitierte Zusenden der Rechnung.

Zahlt man, ist man lebenslang aufgenommen, geht der Betrag, der zwischen 25.000 $ und 50.000 $ liegen soll nicht umgehend ein, erhält man keine weiter Post und die Sache ist erledigt. Und selbstverständlich erhält man kein offizielles Dokument darüber, aber auch nicht, wenn man den Betrag überwiesen hat.
Das nennt man Chairman’s Privatclub und so mancher Präsident eines deutschen Golfclubs träumt des nachts von so viel widerspruchslosem Empowerment in seinem, aus überschaubaren 300 1-A-Mitgliedern bestehenden Club wie im Augusta National Golf Club.

Das Clubgelände.

Augasta National Golf Club, Augasta, Georgia, USAVon aussen von der Straße sieht man selbstverständlich nichts. Hinter dem Tor führt eine ca 300 Meter lange Straße, die Magnolia Lane, zum Clubhaus. 61 großen Magnolien säumen links und rechts den Stairway to Heaven. Am Ende steht Founder’s Circle, ein Rondel mit Gedenktafeln für die beiden Gründer Bobby Jones und Clifford Roberts.

Auf der anderen Seite des Clubhauses steht Big Oak Tree, eine etwa 150 Jahre alte Eiche, die während des Masters-Turniers ein beliebter Treffpunkt und Martin Kaymer’s Lieblingsstelle in Augusta ist.
Crow’s Nest im Clubhaus ist ein Raum direkt unter der Kuppel, der Platz für bis zu fünf Gäste bietet. Während des Masters dürfen die teilnehmenden Amateure hier logieren.

Der Mythos.

Augasta National Golf Club, Augasta, Georgia, USAAugusta National gilt als der bestgepflegte Golfplatz weltweit. Das erreicht er auch mitunter deswegen, weil er nur wenige Monate im Jahr für Mitglieder und Gäste zum Spielen geöffnet ist. Alles konzentriert sich auf das Masters, dass im April stattfindet.

Und April ist das Stichwort für alle gärtnerischen Aktivitäten und die Platzpflege. Nur Frühlingsblüher wie Magnolien, Azaleen und einige Sorten Rhododendron tauchen die wohl grünsten 147 Hektar der Golfwelt in verschwenderische Blütenpracht.

Eine prächtige Kulisse, stets pünktlich zum Masters erblühte die Flora und wenn die Jahreszeit, wie in den letzten Jahren, aufgrund von Erwärmung ihren Termin nicht pünktlich einzuhalten gewillt ist, wird notfalls auch per Heißluftgebläse, Rasenheizungen für die Grüns und UV-Lampen zur nächtlichen Bestrahlung der schattigen Teile des Platzes zur pünktlichen Entfaltung und Perfektion verholfen. Um ein perfektes Bild im TV abzugeben färbt man sogar das Wasser blau und das Gras grün, was Umweltschützern die Zornesröte ins Gesicht treibt; aber hier ist eben Augasta National Golf Club.

Umrahmt von Pinien aller Art erstreckt sich in dieser Privatvorstellung einer perfekten „Bundesgartenschau“ von Georgia nicht nur der bestgepflegteste, sondern auch einer der schwersten Golfplätze der USA. Dies selbst müssen gestandene Golfpros Jahr für Jahr aufs Neue erfahren, wenn sie am Cut scheitern. Es gibt Golfer, die in ihrem Leben fast alles gewonnen, aber nie den Moving Day erlebt haben bei den US Masters in Augasta, Georgia, USA.

Augasta National Golf Club, Augasta, Georgia, USAUS Masters. Mehr als Wimbledon im Tennis.

Das US Masters findet seit 1934 im Augusta National Golf Club statt. Eingeladen werden die ersten 50 Spieler der Weltrangliste u. frühere Masters Gewinner.
Das US Masters ist eines von 4 Major-Turnieren (US Masters, US Open, The Open, PGA Championship).
Finaltag ist der 2. Sonntag im April.
Insgesamt werden nur bei diesem Turnier 9.000.000 US$ Preisgeld ausgespielt. Der Sieger erhält 1.6220.000 US$, das berühmte Green Jacket und eine Replica vom Clubhaus Augusta als Siegerpokal.

In der Woche steigen die Hotelpreise stark an, Privathäuser werden reihenweise vermietet, Grundstücke werden als Parkplätze vermietet, Schulen schließen.
Der Schwarzmarkt-Kartenverkauf blüht wie die Azaleen an den brühmten Fairways.

Die folgende Bildergalerie enthält Fotos vom Masters 2015.

Augasta National Golf Club, Augasta, Georgia, USABesondere Landmarken

Eisenhower Tree

Diese Weihrauch-Kiefer steht auf dem 17. Fairway, ungefähr in Drive-Länge für Amateure. Präsident Dwight D. Eisenhower schlug seinen Ball so oft in diesen Baum, dass er offiziell dessen Entfernung beantragte. Der Antrag wurde negativ beschieden, jedoch erhielt der Baum seinen Namen. Der Baum wurde im Februar 2014 entfernt, nachdem er während eines Eissturms stark beschädigt wurde.

Ike’s Pond

Der Bau dieses Sees als Reservoir für die Wasserhindernisse des Golfplatzes geht ebenfalls auf „Ike“ Eisenhower zurück. Er entdeckte bei einem Spaziergang im umgebenden Wald eine geeignete Stelle für einen Damm.

Rae’s Creek

Der durch den Golfplatz fließende Bach, der an den Löchern 11-13 ins Spiel kommt, wurde nach John Rae, einem frühen Siedler in der Gegend, benannt.

Augasta National Golf Club, Augasta, Georgia, USAAmen Corner

Diesen Namen gab der Golfjournalist Herbert Warren Wind 1958 der Strecke von der zweiten Hälfte des 11. Loches bis zur ersten Hälfte des 13. Loches. Hier hatten sich die entscheidenden Momente des Masters abgespielt, das am Ende, nach einer viel diskutierten Regelauslegung, von Arnold Palmer gewonnen wurde. Auf der Suche nach einer hinlänglich dramatischen Bezeichnung bediente er sich bei einer alten Jazz-Aufnahme namens „Shouting at Amen Corner“. Heute wird der Begriff symbolisch für jeden als entscheidend geltenden Abschnitt eines Golfplatzes verwendet. (Wikipedia)

Hier finden Sie eine sehr schöne Übersichtskarte mit allen wichtigen Angaben zum Cours: Webseite Masters.

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