Los Llanos

Bei den Cowboys von Venezuela.

Sorry, Llaneros, für den Vergleich.

Um 12:30 Uhr erreichten wir die Eingangspforte des Hato el Cedral. Auf dem Weg hier hin hatten wir schon zahlreiche Wasserschweine, Kaimane, Schildkröten und Vögel gesehen. Am liebsten hätten wir bereits dort angehalten, aber es wurde ja noch spektakulärer.

7km ging es nun über eine Schotterpiste zur Unterkunft. Welch ein großes Areal auf uns wartete, konnten wir hier schon erkennen.

venezuela-los-llanos10Über die Straße liefen Wasserschweine und am Rande sonnten sich Kaimane. Reiher, Ibisse und andere Vogelarten saßen in zahlreicher Form an den Wasserlöchern. Am liebsten wären wir gelaufen, allerdings wären wir dann wohl heute noch nicht angekommen.

Am Parkplatz gab es Wassertümpel, in denen sich viele Wasserschweine, Reiher und Ibisse befanden. Die wollten wir natürlich fotografieren. Und wie wir uns einem Wassertümpel näherten, bemerkten wir nicht, dass wir uns in große Gefahr begaben.

Zwischen den beiden Tümpeln befand sich eine Sandbrücke. Die lud ja quasi dazu ein, auf die andere Seite zu gehen. Gut, dass wir soweit gar nicht erst kamen. Ein Mitarbeiter des Hato el Cedral kam angelaufen und warnte uns vor dem, was sich im Wasser befand. Leider verstanden wir nicht, was er meinte, daher demonstrierte er es uns, indem er auf den Boden stampfte. Und da erschraken wir tatsächlich.

In windeseile kam ein Orinocco-Krokodil aus dem Wasser geschnellt. Es hatte bereits auf uns gelauert. Je näher der Mitarbeiter zum Wasser ging, desto näher kam auch das Krokodil aus dem Wasser raus. Unheimlich. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn er uns nicht rechtzeitig gewarnt hätte.

Wahnsinn, welch eine Sicht wir hier hatten und was es alles für Tiere gab. Rote, blaue und weiße Ibisse, Reiher, Störche, rosa Löffler etc. Natürlich auch den ein oder anderen Kaiman, der sich im Wasser versteckte oder an Land sonnte und Wasserschweine in Unmengen.

Wir hielten erneut an, wussten aber noch nicht so genau, was uns Raffael diesmal zeigen wollte. Er stieg aus, zog seine Crocks an und nahm sich einen langen Stab. Damit wollte er nun eine Anaconda für uns suchen, denn auch diese Riesenschlangen leben in den Los Llanos. Zuerst mit Schuhen, später barfuss, stapfte Raffael durch den Schlamm und stocherte umher. Leider wollte sich jedoch keine Anaconda zeigen. Schade.

Los Llanos VenezuelaUm 18:30 Uhr kehrten wir zurück und sahen, wie sich zahlreiche Vögel in die Bäume im Garten der Unterkunft zurückzogen, um dort zu schlafen. Welch ein Getümmel.

Die Geräuschkulisse war wirklich beeindruckend. Bis die Tiere sich erstmal geeinigt hatten, wo jeder seinen Platz hatte, vergingen wahrscheinlich Stunden.

Um 19:00 Uhr gab es Essen und wir saßen zusammen mit Gaston und unterhielten uns über den schönen Tag.

Gegen einen Aufpreis von ca. 8 € / Person konnte man noch eine Nachttour buchen. Das wollten auch wir uns nicht entgehen lassen. Zusammen mit ein paar anderen Touristen fuhren wir um 20:30 Uhr los. Wir setzten uns auf das Dach des LKWs. Dort wurde extra für Touren ein Platz zum Beobachten eingerichtet.

Los Llanos VenezuelaUnterwegs zeigte uns Raffael, der die Tour diesmal leitete, Babykaimane, Eulen, Uhus, nachtaktive Vögel und einen Ameisenbär. Wir fuhren ca. 2 Stunden auf dem Gelände umher. Die Geräuschkulisse im Dunkeln ist komplett anders als bei Tage. Sehr interessant und manchmal auch unheimlich. Die Wasserschweine lagen auf der Schotterstraße und anstatt, dass sie sich wegbewegten, wenn der LKW kam, musste dieser um sie herumfahren.

Um 07:30 Uhr am nächsten Tag liefen wir mit zwei Venezolanerinnen, die auch an der Tour teilnahmen, zu dem Geländefahrzeug, mit dem wir gestern schon unterwegs waren. Nach einer kurzen Fahrt im LKW erreichten wir die Bootsanlegestelle. Wir konnten nun Schwimmwesten anziehen und einsteigen. Schon vom Lande aus konnten wir zahlreiche Vögel sehen. Wir freuten uns auf die heutige Tour. Dann gings los. Im flotten Tempo fuhren wir mit dem Schnellboot entlang der Wasserlilien.

Mitten im Wasser stoppte er und nun ging es ans Piranha fischen. Zu Hause hatte ich mir noch gedacht, dass ich auf’s Angeln eigentlich keine Lust hatte. Aber das Fischen hier dauert nicht lange. Fleisch an die provisorische Angel, die quasi ein Stock mit Leine ist, Angel ins Wasser werfen, ca. 10 Sekunden warten, Piranha hat angebissen, Angel rausziehen und Fisch erschlagen. Also das ging wirklich flott und solch einen Piranha aus der Nähe zu sehen, war wirklich interessant.

Nachdem wir drei Fische an Land gezogen hatten (von dem wir einen nachher als Abendessen bekommen sollten), ging die Fahrt weiter. Zwischen Schnell und Langsam konnten wir immer wieder Fotos von den Vögeln, Wasserschweinen und Kaimanen machen. Adler, Falken, Kaimane und eine Vielzahl unterschiedlichster, exotischer Vögel sahen wir; ein Dorado für Ornitologen.

Los Llanos VenezuelaGaston brachte uns am nächsten Tag nach Barinas. Dort ging unser Flug um 18:30 Uhr. Die Fahrt dauerte ca. 4 Stunden. Wir erreichten den Flughafen gegen 16:00 Uhr und Caracas um 19.30h.

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