
Vientiane ist die Hauptstadt der Demokratischen Volksrepublik Laos, das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum des Landes. Etwa 350.000 Einwohner, im gesamten Ballungsraum etwa 620.000 Menschen leben hier, aber nur eine Stunde im Straßenverkehr dieser Stadt lässt einen daran doch stark zweifeln.
Vientiane ist die international gängige Schreibweise aus der französischen Kolonialzeit. Der laotische Name Vieng Chan bedeutet ursprünglich „Stadt des Sandelholzes“, wird heute aber von vielen Laoten als „Stadt des Mondes“ verstanden (vieng „Stadt“, chan „Sandelholz“ oder „Mond“); wie schön doch eine blumige Sprache sein kann.
Vientiane befindet sich in der tropischen Klimazone mit einer deutlichen Regen- und Trockenzeit. Die Trockenzeit dauert von November bis März. Im April beginnt die Regenzeit, die etwa sieben Monate dauert. Vientiane ist üblicherweise das ganze Jahr durchgehend heiß bei hoher Luftfeuchtigkeit; das sollten Sie bedenken, wenn Sie der Stadt und der unglaublich schönen Landschaft einen Besuch abstatten möchten.
Eine Besiedlung lässt sich schon in der Steinzeit feststellen. Gegründet im 13. Jahrhundert als Stadt im Reich Lan Xang, entwickelte sich Vientiane stetig neben der eigentlichen Hauptstadt Luang Prabang. 1563 schließlich wurde Vientiane zur neuen Hauptstadt. Im Zuge der birmanischen Expansionspolitik wurde Vientiane 1575 für sieben Jahre besetzt. Nach der Vertreibung der Birmanen bildeten sich für kurze Zeit zwei getrennte Reiche (Luang Prabang und Vientiane), die 1591 von König Nokeo Kumane wieder vereinigt wurden.
Durch Abtretung Siams wurde Vientiane 1887 französisches Protektorat und ein Teil von Französisch-Indochina. Es entwickelte sich jedoch kaum, da die Franzosen ihre Interessen auf Vietnam konzentrierten. 1940, nachdem Deutschland Frankreich im Zweiten Weltkrieg militärisch besiegt hatte, nahmen die Japaner Vientiane und ganz Laos in ihre Gewalt, ließen jedoch offiziell die französische Kolonialverwaltung im Amt.
Am 1. September 1945, nachdem in Asien der Zweite Weltkrieg beendet worden war, erklärte sich das Königreich Laos gegen den Widerstand Frankreichs für unabhängig. Nach der Niederlage der US-Amerikaner in Südostasien übernahmen die kommunistischen Pathet Lao am 2. Dezember 1975 die Macht in Vientiane, ohne größeres Blutvergießen anzurichten.
Über die Mekong-Brücke stellt die Bahnstrecke Nong Khai–Vientiane eine Verbindung nach Thailand her.





