Jahresrückblick 2018

Ryder Cup 2018 - at Le Golf National in France

Cutkiller2018 (CC BY-SA 4.0)

Donald TrumpFür Golfspieler und auch für so manche weibliche Anwendung höchster körperlicher Koordinationsgabe – außer Schwebebalken und Wasserballett – gibt es Jahre mit dem Ryder Cup, ohne den Ryder Cup und verlorenen Ryder Cups. Dieses Jahr 2018 war Ryder Cup Jahr und ja, Europa hat gewonnen.

Auch auf die Gefahr hin zu wiederholen: der Ryder Cup Gewinn war in Golfkreisen das wohl herausragendste Ereignis; natürlich nur in Europa und den weltweit befreundeten Kontinenten und Staaten. In den Staaten machte sich einmal mehr Einsamkeit und verständnislose Betroffenheit breit, waren die auf Sieg abonnierten Spieler angetreten wie als spielte der FC Bayern München gegen Herzogenaurach.

Von den Rankings her war alles im Vorfeld bereits ausgemacht: Europa verliert und die Frage war, machen die überhaupt einen Punkt und wenn ja, wer von den mäßig Begabten sollte den holen. Nun überlegt man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, für diese eigentlich unvorstellbare Möglichkeit es den Briten gleich zu tun und einen Einsamkeitsminister bzw.- -ministerin einzuführen.

Nachdem die gnadenlos am Sensationsfund orientierte US-Presse den Fall aufgegriffen hatte und fündig geworden war, was den Grund der Blamage betraf, dass nämlich die Spieler durchweg ihre Leistungen nicht haben abrufen können, übertraf sich die hiesige Presse mit der enthüllenden, ungeschminkten Erklärung: jeder im europäischen Team war über sich hinausgewachsen. Tja, so ist es mit dem Wachstum.
Dem steht auf der anderen Seite gerne die Krise oder die Rezession gegenüber.

Und da sind wir bereits beim zweiten Thema des Jahres, die Rezession im deutschen Golfsport. Da kriselt es in der Ehe zwischen Club und Mitglied, immerhin einer Form der lebenslangen Partnerschaft von oft größerer Bedeutung und Dauer, als die von Gott dafür erdachte eheliche. Man könnte es positiv ausdrücken: die deutschen Clubs haben sich auf den Pfad der frei verkäuflichen Liebe begeben und buhlen nun um jeden, nur irgendwie zu erreichenden Freier mit preisgünstigsten Angeboten bis zu Stundenhotel-ähnlichen Laufzeiten. Wo früher draufstand: lebenslang, findet man heute jeder Form der preislichen und zeitlichen Kombination, in der Hoffnung, damit den eigenen erotischen Wert zu steigern.

Es lebe der Friedhof

Quelle: schwind.de

Aber was bekommt man denn geboten? Natürlich, da sind noch die traditionsreichen Preis- und Qualitätsführer in den Speckgürteln der deutschen Metropolen, Pseudo-Privatclubs à la Augusta. Nur imponieren diese Clubs wenig orgiastisch auf den Nachwuchs und jene Menschen, denen ein Rendezvous zwischen einer lebenslange Plüsch- und Bangkirai-Mitgliedschaft wegen ständigen Job- und Wohnortwechsel verwehrt ist.

So sind die alten Platzhirsche zunehmend mehr gezwungen, sich neue Ideen einfallen zu lassen, was sie nicht gewohnt sind, also blüht das Golfmanagement.

Aber was soll das Management machen? Nun gut, zuerst einmal dem Club nahebringen, dass der heute ein klein- bis mittelständiges Wirtschaftsunternehmen ist und kein Schützen- oder Kleintierzuchtverein.

Gegen die biologisch bedingte Rezession kann auch ein professionelles Management nichts ausrichten. Und die Tatsache, dass die „Stakeholder“ der Clubs sich dem Alter nach zwischen den Vierzigern und Fünfzigern und was die work-life-balance betrifft im Bermuda-Dreieck von Job, Familie und sozialem Leben ausgelastet sind, macht die Sache des Managements auch nicht leichter.
Hinzu kommen – nicht ganz legale – Multimitgliedschaften, ganz nach dem amerikanischen Lebensmotto: zahl einen, spiel fünf Plätze, bis hin zu fast Day Trading Angeboten zur Platzauslastung.

Fit and Fun - Bierchen

Bitte lesen Sie weiter auf Seite 2:

Über Rieder

Oberbayer

Zeige alle Beiträge von Rieder

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.