Paul Schwer

Werke aus den Jahren 2017-2018

Entfaltungen.

Paul Schwer Installation 2018 Von beiden Enden

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Zwei Jahre sind vergangen, in der Zeitdimension der Werke von Paul Schwer ein Jahrzehnt; vielleicht auch mehr. Fast nichts ist mehr so wie einst und doch eint die neuen Werke ein inneres Band, das sich zurück spannt in die letzte Entwicklungsphase.
Aber stimmt der Begriff der Entwicklung hier noch? Dieses innere Band hat sich entrollt und ist doch keine verbindende Identität eines Stils, eines oder mehrerer Themen, einer kohärenten Entwicklung des künstlerischen Werks, sondern über die Zeit betrachtet eine notwendige, keine hinreichende Folge der Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Werk, mit dessen künstlerischen Elementen.
Diesem ‚Roll-out‘ von Kunst wird gerne eine stringente Entwicklung unterstellt, allein dies setzt einen inneren Plan, eine bestimmte Vorstellung voraus, die Paul Schwer aber damals nicht hatte. Und heute auch nicht. Waren auch zurück geblickt die Werkgruppen in einzelnen Elementen künstlerisch verwandt, waren Malerei und Licht in den Boden-, Raum- und Objektinstallationen jeweils als dominante Elemente enthalten, so spielen sie heute eine ganz andere Rolle wie auch die Werkgruppen selbst sich aufgemacht haben, einander wechselseitig zu durchdringen und zu entfalten.

Dass Malerei in Schwers Werk nun wieder eine wichtigere, eigenständige Rolle spielt, ist überraschend, gleichwohl oder vielleicht sogar trotz der Tatsache, dass Schwer bereits in den 80er Jahren sich intensiv der Malerei gewidmet hat. Aber von den damals fast ausschließlich figurativen Formen, von gegenständlichen Motiven aus der Natur heraus hat sich seine Malerei nicht entwickelt. Sie entfaltet sich selbst aus einer Synthese von Elementen der Raum-Installationen, Raumtafel-Paintings, den Baozis und den Wall-Paintings.

Seine malerischen Werke zeigen Elemente aus allen unterschiedlichen Installationen, sind deren Metamorphosen ins Bild und haben sich aus den Installationen quasi von selbst heraus entfaltet. Es wäre zu einfach, von der Malerei zum Wallpainting, zum Bautafel-Painting und weiter zu den Baozis zu schauen und darin ein sich entwickelndes Muster zu erkennen.
Das ist möglich, aber warum gab es dann eine lange Zeit, ohne eigenständige Malerei im Gesamtwerk von Paul Schwer?
Wie ein Filmriss, ein tiefer Graben durchzieht diese Phase abwesender Malerei dieses Werk. Und das deshalb, weil die Malerei sich nur aus etwas anderem, als einem inhärenten Muster entfalten konnte, die die Entwicklung der Installationen voraussetzte.
Gleichsam ins Bild hinein entfalten sich die bildfremden Elemente zu einer malerischen Gesamtschau aus Linien, Flächen, Farben, durchscheinend zu den geometrischen Formen öffentlicher Plätze, in die semi-öffentlichen Räume seiner Raum-Objekte, in Ausstellungsräume und aus privaten Räumen wieder hinaus in die Öffentlichkeit wie Fensterblicke durch Kunstwerke hindurch.

Paul Schwer - Malerei

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