BMW International Open 2018

Golfclub Lärchenhof, Deutschland

Golfclub Lärchenhof

Golfclub Hubbelrath, DeutschlandGolfclub Hubbelrath, Deutschland

Farewell – Schade – Auf Wiedersehen.

Die BMW International Open steht vor ihrem 30. Jubiläum. Im Juni 2018 wird das deutsche Traditionsturnier im Golf Club Gut Lärchenhof zum letzten Mal stattfinden. Eine Woche nach der US Open bekommen Golffans in NRW und dem Großraum um Köln mit Sergio Garcia den US Masters-Champion und Race-to-Dubai-Gewinner Tommy Fleetwood zu sehen. Auch deutsche Spieler sind am Start, u.a. Martin Kaymer, Max Kieffer, Marcel Siem Nicolai von Dellingshausen sowie weitere Challenge-Tour-Spieler.

Das Lederboard nach dem dritten Tag, also einen Tag vor dem großen Finale, zeigt Kaymer und Kieffer mit fünf Schlägen unter Paar in der Spitzengruppe. Wir wünschen allen Spielern und natürlich den deutschen Startern: Viel Glück!

Knapp war es – sehr knapp.

Der Sieger heißt Matt WALLACE aus England. Er gewinnt mit 10 unter Paar, einen Schlag weniger als Martin Kaymer und Thorbjørn OLESEN aus Dänemark, die beide mit 9 unter das Turnier beenden. Kaymers Sieg bzw. das mögliche Stechen war an der 17 leider vorbei, als er nach einem sehr guten Abschlag in sehr aussichtsreicher Position vor dem Grün die kurze Annäherung verzog und im dicken Rough landete. So what, shit happens – wie der Engländer zu sagen pflegt. Platz zwei ist hervorragend, vor allen in einer nicht gerade gut verlaufenden Saison.

Auch wenn der Start heute am Schlusstag mehr als holprig war, ist der geteilte zwölfte Platz von Maximilian Kieffer ein sehr gutes Ergebnis, fünf Schläge hinter dem Sieger.
Mit drei unter und auf Platz 18 hat Nicolai von Dellingshausen ebenso ein sehr gutes Ergebnis in einem sehr guten Starterfeld erreicht.

Allen herzlichen Glückwunsch und herzlichen Dank für vier äußerst spannende Tage mit vielen unglaublich schönen Schlägen!

Golf und Landclub Köln
Golfclub Lärchenhof - BMW International Open 2018Nachruf.

So verabschiedet sich die BMW Internationl Open aus Pullheim nach München Eichenried. Ein Platz für den Golfsport in NRW bleibt nun also leer. Ach, was waren das für schöne Zeiten, als die BMW International noch die Linde German Masters hießen und waren.

Damals, als man noch rechts an der Zehn sein Weizenbier trinken konnte und den Abschlag und die Fahne überblickte. Damals standen die „Buden“ noch dort und es sah  ein wenig wie südländisches Urlaubsflair aus; unprätentiös, aber auch mit diesem rheinischem Charme angehaucht, den man so schnell woanders außerhalb Kölns nicht findet.
Auch so erlebten es sechzigtausend Besucher an den beiden Schlusstagen wie heute, aber an den Dienstagen und dem berühmten ProAm am Mittwoch kamen damals mehr als heute zum Abschluss nach Pullheim.

Golfclub Lärchenhof - BMW International Open 2007Unschlagbar zeitlos.

Damals hatte BMW noch nicht dieses weiße, sterile Schickimicki-Dorf aufgestellt; ein Konzept von anno pief, womit die Besucher hier in NRW wenig bis nichts anfangen konnten. Was der Autobauer sich von solchen Konzepten verspricht, ist uns nicht nachvollziehbar. Dieser Imagetransfer von einer neureichen B- bis C-Promi Show kommt auch noch in eine Zeit, wo eher Golf als ‚Volkssport‘ und nicht als Elitevergnügen angesagt wäre. Trotzdem, wir werden dieses Turnier vermissen, das von dem Münchnern im feidlichen Preussen so hervorragend organisiert worden ist.

All‘ die Jahre ein für deutsche Verhältnisse sehr gutes Starterfeld – man hätte Ernie Else auch als Botschafter des Golfsports und nicht als Teilnehmer des Turniers einladen können und den Zweck damit mehr als erfüllt.
Das hat jetzt zwar nichts mit Ernie Else zu tun, sondern mit zwei anderen ehemaligen Stars, aber es zeugt nicht von klugem Marketing und ist auch nicht schön, eine Achzigjährige immer wieder auf die Bühne zu schieben und ihren Hit „Kann denn Liebe Sünde sein“, oder einen Hundertjährigen im Rollstuhl: „Ich liebte alle Frauen“ singen lassen; was haben diese Event- und Marketing-Pros bloß außer dunkelbraunem Moorwasser aus dem Schwarzhölzl sonst noch im Hirn?

Es waren schöne Jahre mit geistigen Aussetzern, vor allem bei der Hinwendung zum „Kunden“. Der ist zuerst mal kein BMW-Käufer, sondern einer, der den in den meisten Fällen schon fährt; und zwar jahrelang schon. Zuerst einmal kommt er als Golfer oder Golf-Interessierter und fragt sich, was dieses weiße Messedorf mit diesem, seinem Sport zu tun hat? Leere Pavillons links und rechts einer Gasse mit wegen Einsamkeit und Leere gähnendem Standpersonal.

Eine aufgepoppte Würstchenbude mit überschaubaren, aufgetauten Genüssen und, wo frisch zubereitet, mit irren Preisen für wenig vernünftige Gegenleistung – vor allem dieses winzige Pice of Pizza war der Hammer; dies gilt auch für die ubiquitäre Champagner-Bar mit Taittinger Mega-Bottles, die ja auf keinem Golf-Event fehlen dürfen und die anderswo an der Côte d’Azur mittags den arbeits- und BH-losen Models über die weißen T-Shirts mit lautem, besoffenen Männergegröhle geschüttelt werden. In Pullheim kamen die Bottles nicht einmal zweimal täglich zum Einsatz, wenn die völlig unterforderte Barbesatzung von den beiden Neureichen für einen ‚Spritz‘ angesprochen wurde.

Golfclub Lärchenhof - BMW International Open 2007Zum Glück war es dieses Jahr nicht besonders heiß. Denn sonst hätten sich unter den drei Sonnenschirmen in der Dorfmitte wohl Jagdszenen nach Sitzplätzen im Schatten abgespielt. Aber wiederum zum Glück, gibt es da ja jedes Jahr das Kaufhaus, wo man preisreduzierte Golfer/innen-Ware bekommt. Da gab es Schatten. Und da war auch dieses Jahr etwas los; obwohl recht einfallslos vom Hausmarketing besorgt. Nicht einmal die obligatorischen Sales-Packages an Handschuhen hat’s gehabt; wäre zum Abschied mit kleinem, entsprechenden Aufkleber drauf als Geschenk gut gekommen und hätte auch als Kundenbindungsinstrument mal wieder funktioniert.

Na, ja. Vielleicht irren wir ja und in München Eichenried erweist sich dieses Marketingkonzept für den Autobauer und den deutschen Golfsport als wahres Erfolgsrezept. Gebrauchen könnte es die bayerische Edelkarosse ja im Moment ganz gut. Servus, alter Bazi. Hast viel Spaß und tollen Sport in die rheinische Tiefebene gebracht; mal abgesehen von deinem Messestand-Konzept. Die Saupreiss’n wünschen jedenfalls, viel Erfolg. Baut weiter schöne Autos ohne Geschummel und habt ein feines Händchen für den deutschen Golfsport; weltweit könnt ihr das ja schon ganz gut.

Golfclub Lärchenhof - BMW International Open 2018

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