Die Kapregion.

Vom schönen Leben rund um Kapstadt.

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Kapstadt-Bucht
Kapstadt SatellitWenn Sie ein Wal wären, wo, meinen Sie, würden Sie gerne leben? Ich sage Ihnen, Sie würden entscheiden wie ein Wal; ihre Wahl fiele auf Südafrika und dort die Kapregion – warum die „Buren“ diese Traum-Wahl False Bay benannt haben, bleibt mir, Ihnen, jedem, der einmal dort war, ein ewiges Rätsel.

Auf diesem „Bird-View-Picture ist noch mehr zu sehen, nämlich daß das Kap der Guten Hoffnung wahrlich nicht der südlichste Punkt Afrikas ist; doch dazu später mehr (der südlichste Spot heißt: Cap L‘ Agulhas! Das also wäre geklärt!) Mitnichten. Nichts ist klar!
Bleiben Sie bitte eine Weile in der Kapregion. Am besten aber fahren Sie hin! Was Sie nicht sehen, ist afrikanische Musik. Ist afrikanische Musik in Afrika. Das ist nicht Musik aus dem Autoradio, ist Musik von Menschen. Und das ist Musik aus dem Körper, Stimmen, die wir nicht kennen, Tanz und Rhythmus, den wir nicht beherrschen; in’s Afrikanische übersetzt: Passion; Begeisterung, Leidenschaft, Exposition.
Lieben Sie Afrika? Na, na! Haben Sie nicht ein wenig Angst vor Afrika, zumindest vor dem „Schwarzen Mann“ (und was ist mit der „Schwarzen Frau?) Ich verspreche Ihnen, spätestens nach der Transkai, aber ultimativ nach QuaZulu Natal, halten sich Faszination und Angst bei Black Man und Black Magic Woman memorabel die Waage.

Wie den Krill zieht es die Welt nun an’s Kap, in die False Bay. Mit dem Krill kamen und kommen die Wale. Mit den Menschen könnte Afrika wachsen, Südafrika aus der vergangenen Isolation der „white colors“ farbiger werden. Es war – und es ist; aber wie lange noch – die große Idee der Schönheit: Landschaft, Menschen, Musik, Bewegung, Flora, Fauna, das Meer … und über allem, das Licht, die Farbe, der tägliche Rhythmus der Natur.

Sie sehen das; Sie erinnern sich daran. Aber in Wirklichkeit sehen Sie viel mehr, als Sie in Ihren Erinnerungen gespeichert haben. Auf dem großen Treck des Lebens muss man mindestens einmal Südafrika besucht haben und nicht nur der herrlichen Golfplätze wegen. Wie die Wale, die einmal im Jahr hier vorbei kommen. Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie kein Wal sind!

Nelson MandelaLinks oben im Bird View Picture erkennen Sie Robben Island, lange Jahre die Heimstatt von Nelson Mandela, sein ehemaliges südafrikanisches „Island Inkognito“. Nun, viele Jahre nach dem Ende der Apartheit – so sagt man jedenfalls – gibt es immer noch nicht wenige, die vergessen oder eher vielleicht gar nicht bemerkt haben, was der erste, farbige Präsident für das Land getan hat. Dieselben, die ignorieren, dass es kein Gemetzel unter Mandela an den Weißen gab, sehen in ihm nach wie vor einen Terroristen und schwarzen Anführer von Killerbanden; welch‘ göttliche Einfalt.

Heute ist Robben Island bekannt als Ort, an dem südafrikanische Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes geschrieben wurde und als Touristenziel par excellence sowie als die Region, wo der „weiße Hai“ noch lebt und zu dem man in Booten hinausfährt und die Wagemutigsten sich in Käfigen ins Wasser lassen, um dem gefräßigen Killer mutig ins kalte, leblose Auge zu sehen.

Und wie es aussieht wird es wohl nicht mehr all zu lange dauern, bis der Große Weiße dem Großen Schwarzen folgt. Verabschieden wir uns nun also von Nelson Mandela, diesen wahrlich großen Menschen.
Beschützen wir den weißen Hai, solange es noch geht.
Fairwell Nelson Mandela!

Die große Idee der Schönheit: Natur, Menschen, Musik und Bewegung.

Afrikanischer TanzZulu Krieger beim KriegstanzAfrika kann man spüren.Es braucht wenig dazu; Drums! Und diese können auch schlicht hohle Baumstämme sein. Afrikanische Trommeln, der afrikanische Rhythmus geht sprichwörtlich ins Mark, man spürt sie im Bauch, in seinen Organen. Wenn Sie die Gelegenheit dazu haben, afrikanische Trommeln zu erleben, greifen Sie zu; das muss nicht unbedingt in einem Kral sein.

Haben Sie schon mal versucht, zum Rhythmus der African Drums zu tanzen?

Die Musik, die oft einfach Rhythmus ist, ist sicherlich dort am intensivsten in ihrem ganzen Spannungsreichtum zu erleben, wo wir im Tanz nicht hinkommen. Was klemmt sind meistens die Lenden beim rhythmischen Tanz, bzw. bei dem Versuch der Nachahmung eines solchen.

Genießen Sie ruhig die Gemeinheit der Leitfigur in Ihrer Touristengruppe, wenn Sie beim Kralsbesuch von jemanden in die tanzende Mitte gezogen werden und den Affen geben müssen.

Irgend ein Simpel aus Ihrem Verein macht dann auch noch ein Foto. Das geht ja noch, da auf dem Foto der Lendenkrampf nicht abgebildet wird – anders und so richtig peinlich wird’s dann schon durch die digitalen Bewegtbildaufnahmen der Sony und Konsorten, die auch dies noch auf Jahrzehnte für die Daheimgebliebenen und den noch ungeborenen Nachwuchs festhalten, vielleicht sogar auf YouTube; Glückwunsch!

Holzmann afrikanische Taenzer

Und vergessen Sie nicht die Nase bei all den verstockten Lenden. Dort wo getanzt wird, wird nicht selten ein großer Reichtum olfaktorischer Sensationen geboten. Afrika kann man riechen.

Curry MarktDie Nase, dieses zu Unrecht ungeliebte Mittel-Organ der Transzendenz, hat uns trotz aller kulturellen Deviationen nie wirklich verlassen (man sagt, Raucher riechen nichts mehr, aber das stimmt nicht. Sie riechen vielleicht schlechter im Allgemeinen, aber ein guter Duft bleibt auch Rauchern nicht verborgen).
Die Nase, selbst die schwächste, zieht da noch mit, wenn Afrikas Düfte sich vor ihr ausbreiten. In den Märkten, den Dörfern, der Natur. Ständig riecht man den Kontinent und erkennt ihn auch mit geschlossenen Augen. Afrikas Düfte, die man nicht kannte, oder vielleicht nur irgendwann einmal vergessen hatte, breiten sich aus wie ein Fingerbdruck – am besten, Sie lesen dazu Elias Canetti: Die Stimmen von Marakesh oder Patrik Süskind: Das Parfum, beide hervoragende Schulungen eines viel zu sehr unterschätzten und mißachteten, sensiblen Organs.

Und was kommt nach Sushi?

Gewiß, genießen Sie ruhig den Blick von der Blue Bay – auch Bluebergstrand genannt – auf den Tafelberg, um anschließend auf einem Segelschoner an Ihrem Sun Downer nippend in den Sonnenuntergang zu gleiten. Und nachdem Sie die meisten der ca. 60 Restaurants rund um die Waterfront besucht haben, oder die in Clifton, Sea Point oder sonstwo ausgiebig dem schönen Leben am Kap gefrönt haben, und wenn Sie dann noch Zeit haben, dann werden Sie vielleicht doch mal Ihrem goldenen Käfig entfliehen und diese einzigartige Region kennenlernen wollen.

Kapregion in Richtung Muizenberg.

Muizenberg Strand mit seinen pitoresken Strandkabinen. Ist wirklich schön da, am besten aber wochentags besuchen. Cap Agulhas, der wahrhaft südlichste Punkt Afrikas. Zu Unrecht viel zu oft und beiläufig verschwiegen ist dieser Teil der Kapregion aber vielleicht der eindrucksvollere, weil sehr abwechslungsreich. Ein Traum an Farben und Formen ist die Gegend um Montagu. Besonders im südafrikanischen Frühling.

Vanderstelmanor und das Weingut Stellenbosch sowie Sommerset West sind allemal ein „Must“. Dort abzusteigen und vielleicht sogar ein paar Tage zu bleiben sollte, wann immer Sie die Gelegenheit dazu haben, fraglos oberste Priorität besitzen. Eine atemberaubende Landschaft und unvergessliche Eindrücke erlebt, wer die traumhaft gepflegten Fairways mal verläßt. Gesagt werden muss dies auch: Manchmal erhascht man einen Blick zurück in – glücklicherweise – schon fast vergessene Zeiten, wo uneingeschränkte Herrschaft und unvorstellbarer Reichtum und Luxus auf Apartheit bauend das Bild dieser Gegend bestimmten. Das kann Sie durchschütteln.

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