Kreta: Der Süden

Ruhig, abgeschieden bisweilen.

Kreta für Besinnliche.

Der Süden der Insel Kreta ist, bis auf die östlichen Teile, die auch überwiegend touristisch geprägt sind, ruhig und besinnlich. Also eher für Menschen, die Ruhe oder Ursprünglichkeit suchen. Ursprünglichkeit im Sinne von Einfachheit, so findet man viele junge Menschen, Camper, Aussteiger. Ruhe in dem Sinne, dass kleine Hotels oder Pensionen für Besucher bereitstehen, die ein paar Tage oder Wochen ihre Bedürfnisse auf ein Mindestmaß zurückschrauben möchten. Lesen, vielleicht nachdenken, wandern, schwimmen, gut essen, vielleicht auch mal mit den Fischern aufs Meer fahren.

Elafonisi, Kreta Palaeochora, KretaChora Sfakion, Kreta

Plakias, KretaChora Sfakion, KretaPreveli, Kreta

Palaeochora und Elafonisi.

Palaeochora im äußersten Süd-Westen war einmal ein kleiner, wunderschöner Fischerort mit langem, breiten, feinen Sandstrand. Der Strand ist noch da, nur klein ist das Dorf nicht mehr, sondern hat sich zum Touristenzentrum ausgewachsen. Für Menschen, die nicht gerne allein sind, ist es aber immer noch ein Tipp. Unweit von Palaeochora liegt Elefonisi, eine wunderschöne Bucht mit weißem Sandstrand und türkisfarbenem Wasser. Früher war es hier auch recht ruhig, da die Bucht etwas abgelegen und schwer erreichbar war. Das ist nun vorbei, zumindest in der Hauptreisezeit. Da kommen sie gleich busseweise und das ist dann nicht mehr sehr schön; wirklich sehr schade.

Agia Roumeli. Chora Sfakion. Préveli. Plakias.

Agia Roumeli liegt direkt am Fuß bzw. Ausgang der Samaria-Schlucht. Ein kleiner Hafen, von dem aus viele Schiffe zu den westlichen und östlichen Orten fahren und viele Wanderer durch einen sagenhaft schönen Sonnenuntergang wieder nach Hause bringen.

Chora Sfakion mit seinen nur knapp dreihundert Einwohnern liegt am Ausgang der Sfakiano-Schlucht und besitzt wie viele der winzigen Orte an der Südküste einen kleinen Hafen. Vom Osten her erreicht man den Ort über Frangokastello und Sellia auf einer grandiosen Paßstraße, die leider in der Hauptreisezeit extrem stark befahren ist. Von hier aus hat man es auch nicht weit in die Messara-Hochebene, die von ganz eigener Schönheit ist. Einer Schönheit, die besonders durch ihre Stille und scheinbare Abgelegenheit herrührt, wiewohl man doch gleichzeitig nur ein paar Kilometer von den Touristenströmen entfernt ist.

Préveli ist gewissermaßen eine Laune der Natur. Plötzlich befindet man sich an einem Palmenstrand, der sich an der Mündung eines kleinen Flusses, der von den Bergen herabkommt, befindet und der tief-grün schimmert. Felsen begrenzen eine kleine Lagune, zu der sich der Fluß, bevor er ins glasklare Meer ergießt, bildet. Ein kleiner See, an dem früher nur Aussteiger und junge Menschen in Zelten ein sehr schlichtes Leben genossen, heute leider umsäumt von bunten Liegestühlen für eine ganze Vielzahl an Tagesbesuchern, die den Fußweg von einem Hochplateau die Schlucht hinunter – und abends natürlich wieder zurück nicht scheuen. Vom Parkplatz bracht es etwa zwanzig Minuten. Es lohnt sich in der Vor- und Nachsaison.

Etwa zentral im Süden und einigermaßen abseits vom großen Verkehr liegt Plakias, ein kleiner Ort für eher besinnliche Besucher. Ein herrliches Meer mit der Hauptattraktion eines etwa zwei Kilometer langen Sandstrandes, der, ganz untypisch erscheint für den Süden der Insel, der doch eher von Steilküsten geprägt ist. Sogar ein paar Dünen kann man bewandern. Kleine Restaurants mit frischen Tagesfängen aus dem Meer und einer auf das wesentliche reduzierten Karte sind für ausreichend Abwechslung vorhanden. Zimmer sollten unbedingt vorab reserviert sein.

Die Umgebung von Palaeochora bietet eine Vielzahl an interessanten Ausflugsmöglichkeiten. Stille, urtypische Bergdörfer, Ausgrabungsstätten, Höhlen, Wanderwege an romantischen Bachläufen, kleine Kirchen und Kapellen mit einer fast tausendjährigen Geschichte und ebenso alten Fresken. Etwa zehn Kilometer nordöstlich gelegen, kommt man in ein Bergdorf names Azogires, ein wahres Kleinod kretischer Abgeschiedenheit. Ein historisches Museum befindet sich in der kleinen Kapelle, ein schmaler Weg führt zu Ágii Patéres, der Höhle der „Heiligen Väter“, die im 12. Jahrhundert von Eremiten bewohnt wurde. Entspannung, falls hier überhaupt noch nötig, finden Sie an einem Bachlauf, den man getrost in die ovidsche Kategorie: locus amoenus einordnen kann, oder, fast ebenso literarisch, in Sofias Coffee Shop and Restaurant.

Was der Süden, besonders der Süd-Westen zu alledem auf jeden Fall bietet, das sind herrliche Sonnenuntergänge, die man am besten in den kleinen Restaurants genießen sollte.

Kreta, Sonnenuntergang

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