Nimes

Erbe der Kelten

Stadt des angeketteten, grünen Krokodils.

Frankreich - Nimes

Frankreich - NimesFrankreich - NimesNemausus (Nimes) war einst ihr Name, bis dann die Römer kamen und 121 v.Chr. Stadt und Gebiet eroberten und sie 27 v. Chr. Kaiser Augustus zur Colonia erhob.Man sieht heute noch den Tour Magne („Großer Turm“), der schon bei den Römern Teil einer sieben Kilometer langen Stadtbefestigung war. Die verkehrsgünstig an der Via Domitia gelegene Stadt verfügte über eine bedeutende Münzstätte und hatte damals schon 25.000 Einwohner, was eine große Population zu damaliger Zeit war. Von der einstigen Stellung zeugen erhaltene Baudenkmäler wie das Amphitheater, das Castellum, der Dianatempel, das Aquädukt Pont du Gard nordöstlich der Stadt, die Maison Carrée sowie das Augustustor.

In Nîmes befand sich im Jahr 396 n. Chr. eine Synode und um diese herum wurde die Stadt in der ausgehenden Spätantike zu einem Bischofssitz ausgebaut; erstmals ist hier für das Jahr 506 ein Bischof bezeugt. 472 wurde die Stadt von den Westgoten erobert. 725 eroberten die Sarazenen Nîmes, das aber 737 von den Franken unter Führung Karl Martells eingenommen und fast gänzlich zerstört wurde. Von den Sarazenen kurzfristig zurückgewonnen fiel die Stadt 752 in die Hände Pippins des Jüngeren.

Im Hundertjährigen Krieg wurde die Stadt 1378 vom Herzog von Anjou, 1417 von den Engländern und 1420 vom Dauphin Karl VII. erobert.

Im 16. Jahrhundert war Nîmes eine der Hauptstädte der Hugenotten, welche sich dort trotz aller Verfolgungen und Unterdrückungen in verhältnismäßig großer Zahl behaupteten.
Die Religionskonflikte eskalierten 1791 und 1815 gab die Restauration der Bourbonen nach der Herrschaft der Hundert Tage von Napoleon Bonaparte hier ebenfalls zu großen Gräueln Anlass.

Die Katholiken verfolgten im August und September dieses Jahres durch die „Bandes Verdets“ unter Dupont, genannt Trastaillon, die protestantischen Einwohner mit Mord und Brand; nur wiederholte Versuche des Herzogs von Angoulême beendeten diese Wirren und Grausamkeiten an Land und Volk.
Ende August 1830 erhob sich nach der Julirevolution die katholische fanatische Partei für Karl X. und verursachte viel Aufruhr, bis auch sie unterworfen wurde.
1835 wütete wie in vielen Städten Europas die Cholera besonders brutal in Nîmes.

Frankreich - Nimes Am 11. November 1942 marschierten deutschen Truppen in die Südzone (die bisherige Freie Zone) ein und etablieren in Nîmes und Pujaut ihre Besatzungsstrukturen.
Die Gestapo richtete ihre Zentrale in Nîmes am Boulevard Gambetta 13 ein.

Nîmes wurde am 25. August 1944 befreit. Daran beteiligten sich auch deutsche Résistance-Kämpfer. Sie waren zum Teil deutsche Antifaschisten, die ins Gard geflohen waren, darunter auch Kämpfer, die auf republikanischer Seite am Spanischen Bürgerkrieg teilgenommen hatten.

Marcelle Battut, die Frau eines Fußballspielers und Geliebten des lokalen deutschen Kommandanten wurde wegen Kollaboration nach der Befreiung die Haare geschoren, danach wurde sie in Selbstjustiz hingerichtet. Eine aufgebrachte Menge prügelte noch mehrere Stunden auf ihre Leiche ein.

So grausam wie die Geschichte der Stadt in Zügen war, so unterschiedlich fallen auch die Interpretationen aus, was denn das „grüne Krokodil“ bedeutet. Gewiss, es erinnert an die Münze, die es einst hier gab, aber Palme und Krokodil im Stadtwappen mahnen wohl auch an die Gräueltaten an den vielen, afrikanischen Sklaven, die auf dem Boden und auf dem Land der Stadt so sehr gelitten haben; viele liegen hier ohne eine einzige Erinnerung verscharrt im Boden.

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