Granada

Kreuz und Halbmond

Andalusien - Granada - Kathedrale

Andalusien - Granada - KathedraleTragische Begegnung der Kulturen.

Ab etwa 16.00h – und das schon Anfang Januar – dringen die leidenschaftlichen Gesänge der Flamenco-Tänzerinnen von der Plaza Nueva herüber.
Und vom Mirador de San Nicolas, einem wunderschönen Aussichtspunkt im Albaicin, rüber auf die Alhambra, dringen die unglaublich schnellen Rhythmen und stakkatohaften Stimmen des Gitarrenspiels und der Flamenco-Gesänge, begleitet vom vielzähligen, synchronen Klatschen der Hände weit in die alten Gassen des Viertels.
Es dominieren die 12er Rhythmen des Palos: der Alegría, Soleá, oder Bulería. Die wissen, wie sie ihr einheimisches Publikum begeistern und die Portemonaies der angereisten Gäste öffnen.

Granda ist eine der andalusischen Städte, wo der Flamenco noch Teil des Lebensalltags seiner Bewohner ist. Natürlich wird viel und wenn die Tage wärmer werden nicht immer zur Freude allein wegen der Touristen musikalisch zum besten gegeben. Aber jetzt, im Winter, wenn die Hügel der Stadt am Nachmittag ins Zwichlicht tauchen, spielen, singen und tanzen sie aus Freude. Lebensfreude ist das Kennzeichen der Einwohner der alten Stadt, die in ihrer langen Geschichte viel Leid neben langen Phasen kulturellem Glanz begegnet ist.

Andalusien - Granada - Das spanische Al-Andalus, der arabische Name für die zwischen 711 und 1492 muslimisch beherrschten Teile der Iberischen Halbinsel, kennt beides, verschwenderischen Glanz und unsägliches Leid, den Dschihad wie die Kreuzzüge und einzigartige Errungenschaften wie wegweisende oder einfach nur schöne Schriftwerke zur islamischen Theologie, Philosophie, Poesie, Geschichtsschreibung und den damaligen Naturwissenschaften, wie sie weltweit unerreicht waren. Und in ihren alten Mauern und den knapp 250.000 Einwohnern heute lebt vieles von dem noch nach.
Vor allem im Flamenco. Und ein wenig noch in den alten Vierteln der Stadt.

Spanien war immer ein europäischer „Sonderweg“ und Al-Andalus dessen Pflastersteine. Sie wurden verlegt ab 711, als Mauren und Araber in das christliche Reich der Westgoten eindrangen, unter ihrem Anführer Tāriq ibn Ziyād den größten Teil der Iberischen Halbinsel in einem achtjährigen Feldzug unter islamische Herrschaft brachten und Kalif Al-Walid I. für etwa vierzig Jahre, zwischen 711–750, das Kalifat der Umayyaden begründete.
Es folgte das Kalifat der Abbasiden zwischen 750–756, dann das Emirat von Córdoba (756–929) und das Kalifat von Córdoba, datiert etwa zwischen 929–1031.

Man sieht allein hier schon, dass die Herrschaft der Mauren keine „einheitliche“ Angelegenheit war und als die Taifa, die nachfolgenden Klein-Königreiche in Al-Adalus sich ausbreiteten, wurde die politische wie auch die wissenschaftlich-kulturelle Landkarte noch unübersichtlicher. Zudem gab es noch eine Phase der Unterbrechung der Taifa, als orthodox-islamische, nordafrikanischen Berber-Dynastien der Almoraviden und dann der Almohaden die Herrschaft übernahmen, bevor Al-Andalus wieder in Taifas zerfiel.

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