Danach wäre ein Besuch im Circolo Golf Asiago empfehlenswert. Aus den flachen Fairway der Po-Ebene geht es nun rein in die Alpen; das reinste Kontrastprogamm in jeder Hinsicht. Asiago, mit seinen 6429 Einwohnern liegt ca. 1000 m ü.M. und wurde um das Jahr 1000 n.Chr. von deutschen Bauern aus dem angrenzenden bayerisch-tirolischen Raum besiedelt und urbar gemacht.
Die sieben sich herausbildenden, deutschen Orte schlossen sich im Bund der ‚Sieben Gemeinden‘ zusammen. Nachdem die angrenzenden Herrschaften diese Rechte und Selbstverwaltung anerkannt hatten, bildeten die Sieben Gemeinden von 1310 bis 1807, also fast fünfhundert Jahre lang eine weitgehend eigenständige deutsche Bauernrepublik. Durch Unterordnung bei Anerkennung der Sonderrechte fanden die Sieben Gemeinden Schutz bei mächtigen Nachbarn, zunächst bei den Skaligern von Verona, dann bei den Visconti von Mailand.
1796 kamen die Sieben Gemeinden mit Venetien zu Österreich. In den napoleonischen Kriegen wechselte der Besitz mehrfach. 1807 hob Napoleon das Sonderstatut der Sieben Gemeinden und damit deren Eigenständigkeit auf. Leider fiel diese politisch-kulturell einzigartige Enklave dem napoleonischen Totalitarismus zum Opfer, geblieben aber ist eine eigenartig trotzige Autonomie, die skurile Bergbauern-Romantik mit österreichischer Noblesse zu einem norditalienischen Aspen vereint.
Der Club zeigt alpine Bergbauernskurilität schon am Clubhaus, wo Kühe aus Kunststoff den Besucher empfangen, der Platz wirkt wie eine abgeschiedene Idylle auf seinen Fairways, die sich meist durch einen alpinen Nadelwald ziehen, die eng, aber sehr gut bespielbar sind und immer wieder fantastische Panoramen auf die umgebenden Berge freigeben. Gleichwohl mit 5.689 m nicht sonderlich lang, spielt sich der Platz aber durchaus anspruchsvoll und ein gerader Schlag trägt viel zur Entspannung bei.
Spätestens im Restaurant Longalaita, un ambiente meraviglioso in una location meravigliosa, wird Entspannung zum Genuß. Gleich mikt zwei Irrtümern räumt der Küchenchef „Sabino“ auf. Dass Spaghetti Carbonara ein einfaches Nudelgericht aus Spaghetti mit Speck, Ei und Käse aus der italienischen Region Latium sei und dass sie wegen des Specks so heißen.
Sie sind ein Gedicht „nach Art der Köhlerin“, auf grandiose Weise neu interpretiert hier oben in der alten, vergessenen, einstigen deutschen Bauernrepublik auf einen norditalienischen, alpinen Hochplateau.
Zwanzig Kilometer von Bassano in östlicher Richtung liegt der Asolo Golf Club. 27 Löcher sahen hier einst nur Milliardäre und deren Gattinnen golfen. Der Name des Präsidenten, Gilberto Benneton, steht für die Industriellenfamilie, die diese Anlage in den 90ger Jahren für sich und ein paar superreiche Freunde, Geschäftspartner und dem Who is Who der Wirtschaft zwischen Venbedig und Verona aufgebaut haben. Das Clubhaus hat die Dimension eines Grand Hotels, die Facilities sind schlicht überdimensioniert. Nun servieren keine Butler in weißen Handschuhen mehr mit Smoking und leich arrogantem Blick ausgefallene Sternekoch-Elaborate und die exklusiven Besitzer von Firmenmitgliedschaften sind seit der Finanzkrise 2007/2008 auch nur noch selten in der Lobby des Clubhauses zu sehen. Deren finanzieller Schaden hat dem Club als ganzen eher gut getan, denn nun spielen und genießen hier keine geschlossenen, ehrwürdigen Gesellschaften mehr den hochklassigen, harmonisch in die Natur eingelassenen Parkland-Course, sondern immer mehr Menschen wie du und ich.
Das Ambiente ist ein wenig gelassener geworden, der Service hat die hochgradig bescheuerten Seidenhandschuhe ausgezogen, und wenn auch die Logos der stolzen norditalienischen Industrie und Wirtschaft, deren gloriose Zeit ja nun auch eher vorbei zu sein scheint, noch die Zufahrt zum Clubhaus zieren, kann jeder heute die drei )-Loch-Schleifen nach eigenem Gusto genießen und dabei entspannte Golfrunden mit herrlichen Ausblicken auf einem gepflegetn Fairway mit Wasser und Bunker in fairer Verteilung erleben (leider ist die Webseite hundert Jahre hinter dem Mindeststandard zurück, so dass es kaum brauchbare Bilder gibt).
Ein wenig länger dauert die Fahrt zum Golf Club Colli Berici, der etwa sechzig Kilometer südwestlich hinter Vicenza liegt. Dafür belohnt er mit einem hügeligen Parkland-Course, der die Investition in ein Golfcart als sehr vernünftig für das Spiel und den Genuss erscheinen lässt, aber dann auch spektakuläre, erhöhte Abschläge, fantastische Ausblicke in die umgebenden Landschaft mit sanften Hügeln und tiefen Tälern erlaubt. Mancher Abschlag hinunter in die Tiefe oder hinüber auf eine Bergruine. Am Horizont glitzern die schneebedeckten Alpenkämme.
Mit knapp 5.200 Metern erscheint der Parkur kurz, aber Spielerinnnen und Spieler, die hügelige Plätze mit erhöhten Abschlägen kennnen, wissen, die Erfahrungen auf den Fairways sind in der Regel andere. Hier im Colli Berici ist die Atmosphäre so richtig entspannte. Hier dämpft keine Resort-Exklusivität die Stimmung. Hier genießt man die exzellente Küche, als wäre es das einfachste von der Welt, den vorzüglichen Wein, die reifen Oliven aus den umliegenden Hainen wie ein alltägliches Gottesgeschenk an die Bewohner und Gäste dieser herrlichen Landschaft und Region; buon divertimento!
Weitere Informationen zu Venetien auf der Webseite Italien/Venetien.








Golf Club Verona
Golf Club Colli Berici
Golf Asiago
Asolo Golf Club
Golf Club Cà Amata