Jahresrück- und Ausblick 23/24 - Seite 5

Mit ökonomischen Absichten

Von Bier und Champager.

Köln im Jahr 1945Köln im Jahr 1945Köln im Jahr 1945Köln im Jahr 1945

Der Dax, durchschnittlich in einer Langzeitbetrachtung um 7% gestiegen, was ja auch schon was ist, hat im vergangenen Hyperkrisenjahr 2023 den Durchschnitt um fast dreihundert Prozent übertroffen und mit 20% Wertwachstum Anleger und Investoren reichlich beschenkt, gar beglückt.

Da knallen die Champagnerkorken und hier wird das Bier so teuer, dass es für etwa jeden Sechsten Deutschen schon zum Luxusgut zählt, und dabei hat er noch nichts gegessen in seiner Stammkneipe, wo ein Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat jetzt knapp unter und, seit der Mehrwersteuererhöhung auf wieder 19%, über 30 Euro steigt.
Rechnen Sie mal: zwei Wiener Schnitzel. 7 Glas Bier – drei für die Gattin und ein wenig Trinkgeld; wie soll sich jemand das leisten, dem bereits zur Monatsmitte das Portemonnaie die Leere seines Daseins signalisiert?

Die VRC steht vor Blasen, vor allem im Immobilienmarkt, vor Wachstumsschrumpfung in der Industrie, vom Dienstleisungsbereich weiß der Rest der Welt zuwenig, um sich ein Urteil machen zu können. Aber schon im zweiten Jahr der Misperformance winselt der diktatorische Patriarch des 1,4 Millionen Volkes um eine Erneuerung der Zusammenarbeit mit Big Joe Biden, unter dessen marktwirtschaftliche Bettdecke der ewig grinsende Chinese zu schlüpfen gedenkt.

Immerhin hat er wohl verstanden, was die Aufkündigung und Erschwerung der Globalisierung für ihn und sein Land bedeutet. Fallen die transnationalen Kooperationen geringer aus, trifft es ihn zuallererst und nichts wird es mit seinem Geschäftsmodell, welches in Wahrheit das Modell der Marktwirtschaft ist, nämlich Wohlstand für alle.

Erhard rühmte sich schon in unulässiger Weise mit dem Satz, der auf Adam Smith, den alten ökonomischen Haudegen mit höchsten Moralansprüchen zurückgeht. So ist aber nicht nur der Wohlstand vom Grinsemann gefährdet, wenn alles eigentlich auf der Globalisierung beruhte, und so findet er im total durchgekränkten Joe aus Amerika sperrangelweit offene Ohren.

Man dachte, nur donald t. begreift nicht die Kränkung seiner stolzen Nation und Cowboys nebst ihren Herrenreiterinnen aus dem mittleren Westen, aus dem Rust Belt im Norden und den notorisch klammen Südstaaten, dass deren Autarkiephantasie allein noch weiterlebt, ohne ökonomische Basis, wie man am Schuldenzuwachs des US-Staats leicht erkennen kann, der seit donalds mäßig öffentlichkeitswirksamen Inaugurationsveranstalung in italienische Höhen gewachsen ist.

Offiziell schon werden die US-Schulden auf über 30 Billionen USD beziffert und alle glotzen tagtäglich auf das Murmeltier an der Spitze der Fed. Aber was soll er machen, der oberste Währungs- und Inflationshüter im schönen, reichen Amerika? Hebt er die Zinsen an, freut es die Spekulanten, die Reichen und die börsennotierten Unternehmen, die Armen, überwiegend black lifes, dagegen don’t matter. Senkt die Fed die Zinsen, fegt ein Sturm an Investitionen durch das Land und hebt die Inflation in luftige Höhen und die ärmeren Menschen zahlen an den Supermarktkassen noch mehr und bleiben so, was sie immer schon waren, farblose Wesen im Glitzerzirkus Amerika.

Bitte lesen Sie weiter auf Seite 6: Vom Liebesspiel der Mächtigen.

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