München-Venedig

Zu Fuß über die Alpen

BezeichnungAdresseBeschreibung
München München, Marienplatz München morgens um 7.00h. Neben dem Deutschen Museum ist die Isar zum ersten Mal zu überqueren. Hier geht der Wanderweg los.
Bad Tölz Bad Tölz, Deutschland Die Pupplinger Aue. Eine unglaublich hübsche Flusslandschaft. Das verwinkelte Zickzack hat Spaß gemacht. Ich bin rechts der Isar geblieben, Richtung Tölz. Hier sind nacheinander die diversen Nacktbadestrände der Münchner. Somehow bizarre.
Brauneck Brauneck 1A – 5A Seilbahn von Lengries rauf zum Brauneck Drachenflieger und Paraglider auf dem Brauneck. Nachmittäglicher Rundblick zu den Nachbargipfeln. Terrasse Brauneckhaus. Habe Ingmar kennengelernt und später Rainer und Elke.
Jachenau Jachenau, Österreich Über Nacht war das Wetter umgeschlagen (hier um 7.30 h). Machte den Leuten von gestern den Vorschlag, dass man besser zusammen durch Nebel und Regen geht. Brauneck Haus bis Tanner Alm.
Hall Hall in Tirol Salzbergwerke und Sibergewinnung, später Kupfer, prägten ihre glorreiche Geschichte und die der Fugger und des Hauses Habsburg. Und schön ist Hall auch heute noch.
Hinterriß Hinterriß, Österreich Gemeinde im Karwendelgebirge. Da es vom deutschen Vorderriss aus keine Passstrasse gibt, spricht man bei Hinterriss von einer funktionalen Enklave; welch elegante Formulierung.
Karwendelhaus Karwendelhaus, Österreich Herrliche Alpenvereinshütte auf 1771 m ü. A.
Crespeina See Crespeina See Schon in Italien.
Val Settus Val Settus Einfach atemberaubend.
Lago di Fedaia Lago di Fedaia Am Fuß der Marmolata, auf über 2000 m. ü.A. Zwei Staumauern begrenzen den Stausee.
Belluno Belluno, Italien
Venedig Venedig, Italien
Friesenbergsee Friesenbergsee
Grindler See Grindler See
Junssee Junssee
Olperer Hütte Olperer
Absamer Klettersteig 6067 Absam, Österreich
Hintertux Hintertux
Lüsener Alm Rungger Str. 18 | 39040 Lüsen
Karwendelhaus Karwendelhaus, 6108 Scharnitz, Österreich Der körperlich härteste Tag der gesamten Wanderung.

Die Lust, zu weit zu gehen …

München-Venedig, zu Fuß über die AlpenManchmal wird es gerade dann richtig interessant, wenn alle sagen: „Jetzt gehen Sie aber wirklich zu weit!“ Denn genau das bekommen Sie zu hören, wenn Sie vorhaben, zufuß von München nach Venedig zu gehen.
Damit Sie eine ungefähre Vorstellung haben: Das ganze dauert ca. drei Wochen. Der Weg über die Alpen auf den eigenen Füßen wird immer beliebter. Immer mehr Menschen stecken ihre Füße in wasserdichte Sport-Boots, schultern den Rucksack und ziehen mit Kartenmaterial los.
Folgen sie dabei Vorbildern wie Hannibal oder Ötzi? Oder wollen Sie einfach nur etwas völlig anderes als im Alltag erleben? Ich garantiere Ihnen: Wenn sie in Venedig ankommen, werden Sie es wissen.

Unterwegs zu dir selbst. 3 Wochen nachhaltige Selbst- und Naturerfahrung.

Gehen wir los. Von München, am besten früh morgens – dann hat man noch den ganzen Tag – geht es die Isar entlang über Pullach bis Schäftlarn. Eigentlich gehört noch fast die Hälfte des Weges des ersten Tages zum Stadtgebiet von München, aber an der Isar merkt man nichts davon. Man ist sofort im Grünen. Das Kloster Schäftlarn ist für die meisten erstes Übernachtungsziel. Hier gibt es die verdiente Brotzeit im Biergarten.
Weiter geht es dann am nächsten Morgen vorbei am Ickinger Wehr zur Puppinger Aue bei Wolfratshausen. In der grünen, wild zugewucherten Puppinger Aue fühlt man sich auf dem schmalen Wanderweg wie in in einer Art Miniatururwald.

Bad Tölz, München-Venedig, zu Fuß über die AlpenMan kann planen, soviel man will, der Weg von München nach Venedig steckt voller Überraschungen. Die erste Überraschung kam mir gleich in der Puppinger Aue in Form zweier Nacktwanderer entgegen. Zwei junge Münchner um die 30, bestens gebaut, bestens tätowiert und gepierct, aber in stabilen Wanderstiefeln mit dicken Funktionssocken.

Der Weg ist eng und man kommt kaum aneinander vorbei. Nun sind Wanderer freundliche Leute, auch wenn sie nackt sind und gepierct. Ich höre ein ganz konventionelles „Grüß Gott“. Das fand ich irgendwie unpassend. Aber so grüßen wandernde Bayern eben, ob nackt oder nicht. Ich habe das Gefühl, vor Lachen zu platzen, aber das traue ich mich natürlich nicht. Der Weg ist eng, die Jungens sind stärker als ich und wir sind allein.

Weiter nach Waldram, Ascholding und dahinter St. Georg. Immer wieder beeindruckend die alten Häuser mit den Lüftelmalereien in Bad Tölz, dem Ziel des zweiten Tages, das man Richtung Isarwinkel wieder verlässt.

München-Venedig, zu Fuß über die AlpenWenn man den Weg München-Venedig wirklich ab München macht, hat das den Vorteil, dass man an den ersten beiden Tagen fast keine Steigungen gehen muss und herrlich ins Wandern hineinkommt. Erstes Berggefühl gibt es auf der Brauneck. Hier erwischt uns allerdings auch das erste Mal so richtig schlechtes Wetter. Uns, das sind neben mir noch Elke und Rainer. Wir haben uns auf der Brauneck instantan kennengelernt, als das schlechte Wetter uns allen nahelegte, uns nach Mitwanderern umzusehen. Für Elke und Rainer ist der gemeinsame Weg nach Venedig ihre Hochzeitsreise.

An Tag vier geht es runter nach Jachenau. Zum Glück lässt das Mistwetter nach. Der Bergwald wirkt wie ein vom Boden her dampfender Suppentopf. Wir erleben die erste Überraschung: In Jachenau finden wir kein Hotelzimmer. Nicht weil es da keine gäbe, sondern weil wir einen katholischen Feiertag übersehen haben, zu dem das Dorf all zu gut besucht ist. Zum Glück lernen wir den Bürgermeister kennen. Ein sehr zuvorkommender, besorgter Mann, der uns netterweise und ganz kostenlos in der örtlichen Turnhalle unterbringt. Die Duschen sind prima und auf den Turnmatten schläft sich nicht schlecht.

Als wir gegen 21 Uhr gerade dabei sind, einzuschlafen, öffnen sich die Tore und die örtliche Peitschenknallergruppe (man spricht wohl von »Goaßlschnalzern«) kommt zum Training herein. Es ist Festtag, etwas muss noch geübt werden, bis es sitzt.

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