Historische Städte in Deutschland

Aus dem Zwielicht der Geschichte

In den Widerstreit zwischen Kultur und Zivilisation.

Kippenberger in Bonn 2019

Martin Kippenberger in der Bonner Kunsthalle – siehe hier Kunst-Galerie Sidebar rechts: Aus 2020.

Von Kultur allein zu sprechen ist so sehr verkürtzt wie von Zivilisation allein zu sprechen. Was Kultur und Zivilisation ausmacht, erscheint notwendigerweise aus dem Blick auf beide zugleich. Gerade dafür steht Deutschland als Geschichte seiner Kultur und Zivilisation, dass beide, Kultur und Zivilisation in einer Epoche so sehr auseinanderzutreten vermochten, dass man überhaupt daran zu zweifeln begann, ob sie denn jemals zusammengehörten.

So sprechen wir von einem komlementären Verhältnis – kein „Sowohl-als-auch“ – welches uns zwingt, beide, Kultur und Zivilisation jeweils in ihrer ganz eigenen Geschichte in den Blick zu nehmen, um beide, zusammen wie als getrennte, besser zu verstehen.

Amberg AugsburgAugusta TreverorumBambergBerlinCelleDinkelsbühlDresdenDuderstadtEssenFrankfurt am MainFreiburg im BreisgauGörlitzGoslarHamburgHeidelberg – KölnLandsberg am LechLeipzigMünchen – Nürnberg – Rothenburg ob der Tauber – Schwäbisch Hall – Speyer – Stralsund – Tübingen – Ulm – Weimar – Wernigerode – Wiedenbrück – Wismar – Seßlach.

Die Liste ist nicht endgültig und ist auch noch nicht vollständig, was die Betrachtung betrifft. Solche sind verlinkt, bei denen bislang es uns einigermaßen gelungen zu sein scheint. Andere sind in Bearbeitung. Also, sehen Sie sich bitte die ganze Seite bzw. den ganzen Artikel an zu den einzelnen, bislang verlinkten historischen Städte der BRD.

Trier - Rheinland-Pfalz

Augusta Treverorum. Trier, so heißt die Stadt heute, ist die wohl älteste Stadt hierzulande. Einst unter römischen Kaisern zur Weltstadt geworden, hat sie Reichtum, Wohlstand und Bedeutung im Feudalismus und Katholizismus verloren und bis heute nicht wieder an die große alte Zeit anschließen können. Geblieben ist ein bedeutender Wallfahrtsort, eine Touristen-Destination und einige bedeutende Bauwerkle. Die aber stammen fast alle aus der Römerzeit. Und Karl Marx, der hier in Trier geboren, sein Abitur machte und sich mit Jenny von Westphalen verlobte; aber aus Marx hat die Stadt vor seinem 200. Geburtstag auch nicht sonderlich viel gemacht. Immerhin, es gab eine Austellung und Events. Bitte weiterlesen…

Hexenverfolgung - Bamberg - Bayern

Das Bamberger Malefizhaus: Hier wurden vermeintliche Hexen gefangen gehalten und gefoltert. In den Hexenprozessen unterziehen die Ankläger die Beschuldigten meist zuerst einer „gütlichen Befragung“. Sie werden mit den Vorwürfen konfrontiert und bekommen die Möglichkeit, ein Geständnis abzulegen.
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Bamberg. Wie man unliebsame Geschichte los wird, lernt hier hier in Perfektion. Man nehme, pflege und zeige eine wunderbare Altstadt mit historischen Gebäuden und Bauwerken und verschließe darin zur Unkenntlichkeit ein Zeitalter größter Grausamkeit, unglaublicher seelischer und körperlicher Torturen: das Zeitalter der Hexenverfolgung.
Was in Bamberg im eigens für die Folter errichteten Malefiz-Haus über viele Jahrzehnte im Namen Gottes und der Kirche praktiziert worden ist, bleibt unerreicht in der folgenden Geschichte. So exemplarisch, dass selbst der Name für Folter und Verbrennung, der „Schadenzauber“ – auch schwarze Magie genannt – von solch rekursivem Zauber selbst wiederum verzaubert ist, dass die Unerträglichkeit der Praktiken in diesem Haus und auf den Straßen von Bamberg in einer Art perfekter Verleugnung überwunden werden konnte; eine Assoziation mit Dantes „Göttlicher Komödie“ wäre beabsichtigt. Bitte weiterlesen…

Augsburg - Bayern

Fuggerscher Stadtpalast

Hanse und Fugger wuchsen in Augsburg einander zu. So wurde Augsburg Fuggerstadt. Aber ihre Bedeutung reichte weit über die Stadtgrenze hinaus und dafür verantwortlich war eine Fehlspekulation, die einen Zweig der Fugger-Familie in den Bakott trieb. Letztlich eine einzige Fehlentscheidung war ausschlaggebend für die Pleite: ein ungenügend abgesicherter Kredit an Erzherzog Maximilian I. Für seine Schulden ließ der Habsburger die Stadt Löwen bürgen, bei der die Forderungen der Fugger „vom Reh“ dann jedoch nicht einzutreiben waren. Als später der Handel der Fugger zwischen den deutschen Hansestädten, Antwerpen und London, Mailand und Venedig, Leipzig und Frankfurt a. d. Oder zum Erliegen kam, hatte die Familie bereits die Finanzmärkte Europas revolutioniert. Bitte weiterlesen…

Amberg - Bayern

Amberg - Bayern Amberg ist wenig bekannt als eine Stadt, aus der die Jesuiten ihren einflussreichen Weg nach Deutschland und weit darüber hinaus begonnen haben. Im 15. Jahrhundert entwickelten Jesuiten von hier ausgehend eine Parallelwelt, die eingebettet in die Alltagswelt von gläubigen Christen, aber auch von nicht-religiösen Menschen, die Sehnsucht nach Spiritualität befriedigte, parallel zu einem Alltag aus Arbeit und Unterdrückung.

Amberg war im 15. Jahrhundert wirtschaftlich betrachtet Teil der Metropolregion Nürnberg, war Teil der Bayerischen Eisenstraße, die zwischen Pegnitz und Regensburg historische Industrie- und Kulturdenkmäler verbindet.
Und historisch betrachtet war Amberg fürstliche Festungsstadt, Stadt des Widerstandes, des Glaubens und der Wirtschaft; ora et labora war ihr benediktinische Bekenntnis später dazu. Hierzu und zu den jesuitischen Anfängen einer neuen Spiritualität zeichnen wir die Geschichte der Stadt ein wenig nach. Bitte weiterlesen…

Berlin

Andy Weisner - BerlinBerlin, heute wieder die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, und mit knapp vier Millionen Einwohnern größte Stadt in Deutschland, steht gewiss für den größten zivilisatorischen Bruch in einer der reichhaltigsten Kulturgeschichten europäischer Großstädte und wird wohl immer mit dem Beginn der Judenverfolgung in der Reichsprogromnacht am 09. November 1938 und deren Folgen verbunden bleiben.

Berlin ist Inbegriff von Holocaust [ˈhoːlokaʊ̯st, holoˈkaʊ̯st, englisch ˈhɒləkɔ:st] (englisch, aus altgriechisch ὁλόκαυστος holókaustos, deutsch ‚vollständig verbrannt‘), der Schoa (auch Schoah, Shoah oder Shoa; hebräisch הַשּׁוֹאָה haSchoa für „die Katastrophe“, „das große Unglück/Unheil“) und steht eingebrannt in die Geschichte Deutschlands mit dem nationalsozialistischen Völkermord an 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen Juden während des Zweiten Weltkriegs, rund zwei Drittel aller damals lebenden Juden in Europa.

Berlin - Mauer

Wie kein anderes Bauwerk, zugleich Mahnmal, obszönes Zeichen und Symbol inhumaner, diktatorischer Machenschaften einer Klique menschenverachtender Deutschen steht die Berliner Mauer. Es waren Deutsche, die die DDR als Staat ausgerufen haben, Deutsche, die die perverse Klique des modernen Unrechtsstaat auf deutschem Boden von diesem 1989 wieder verjagt haben. An der Mauer „nahm“ ein amerikanischer Präsident mitten in der Hauptstadt der einstigen nationalsozialistischen und der noch aktuellen sozialistischen Tyrrannei mit „Stolz das Wort“ in den Mund: „Ich bin ein Berliner“. Die geteilte Stadt war da nie mehr geteilt und zugleich bereits wiedervereinigter als je zuvor. Bitte weiterlesen…

Zwinger Dresden, Sachsen, DeutschlandDresden - Sachsen

Dresden, obersorbisch Drježdźany; abgeleitet aus dem altsorbischen Drežďany für Sumpf– oder Auwaldbewohner) ist die Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen und mit 563.311 Einwohnern (31. Dezember 2022) bzw. 572.240 (laut Melderegister am 31. Dezember 2023)  nach Leipzig die zweitgrößte sächsische Kommune und der Einwohnerzahl nach zwölftgrößte Stadt Deutschlands.
Die obersorbische Bedeutung ihres Names weist auf einen Strag der Geschichte der Stadt hin, der nicht nur eine enge Verwandtschaft mit der Region um Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda ausweist, sondern weit darüber hinaus  mit der tschechischen, der slowakischen, polnischen und kaschubischen Kultur.

Der andere, besser bekannte Strang der Geschichte, kennt Dresden als „Elbflorenz“, als eine der kulturell reichsten Städte Europas, die in den Bombadierungen der Stadt, besonders zwischen dem 13. und 15. Februar durch die Royal Air Force (RAF) und United States Army Air Forces (USAAF) in Schutt und Asche versank.
Der Zweite Weltkrieg war längst verloren, als Dresden zu einer Stadt der ultimativen,  alliierten Vergeltung und kulturellen Wiederauferstehung wurde. Dresden ist die deutsche Stadt von Schuld und Sühne, die steingewordene Idee von Zerstörung und Wiederherstellung von Kultur und Zivilisation in wechselhafter Geschichte.

Dresden - SachsenDas berühmte Forschungsinstitut „Manfred von Ardenne“ nahm bereits im Jahr 1955 die Arbeit wieder auf. Das traditionelle Dresdner Hochschulwesen erfuhr einen bedeutenden Zuwachs: Aus der Kunstakademie ging die Hochschule für Bildende Künste und aus der Technischen Hochschule im Jahr 1961 die Technische Universität hervor.
Hinzu kamen die Hochschule für Verkehrswesen, die Pädagogische Hochschule, die Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ (1952), die Medizinische Akademie „Carl Gustav Carus“ (1954) und die Ingenieurhochschule. Bald gab es etwa 40.000 Studenten in Dresden und die Technische Universität entwickelte sich zu einem eigenen Stadtviertel.

Historische Gebäude wurden zwischen 1970 und 1986 restauriert wie z. B. die Carolabrücke, die Katholische Hofkirche, die Mattäuskirche, die Fassaden der Hauptstraße. Dann zog die alte, reiche Tradition in die Stadt zurück mit dem Wiederaufbau des Residenzschlosses, Georgenbau, Stallhof, Fürstenzug, Johanneum und den Brühlschen Terassen. Vollendet aber wurde die kulturelle Tradition der Stadt mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche, dem prägenden Monumentalbau des Dresdner Neumarkts.

Die „Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche in Deutschland e. V.“ steuerte 31 Millionen Euro bei. Insgesamt 16 Förderkreise engagierten sich regional innerhalb und außerhalb Deutschlands für den Wiederaufbau. Als Zeichen der Versöhnung sammelte der britische „Dresden Trust“ als einer der bedeutendsten unter diesen Kreisen und unter Vorsitz von Allan Russell in Großbritannien mehr als eine Million Euro an Spenden, zu denen auch das britische Königshaus aus ihrer Privatschatulle beitrug.
Die Gesamtkosten des Wiederaufbaus beliefen sich auf 180 Millionen Euro. Davon kamen ca. 115 Millionen Euro durch Spenden aus aller Welt zusammen. Den restlichen Anteil von 65 Millionen Euro stellten die Stadt Dresden, der Freistaat Sachsen und der Bund in etwa gleichen Teilen zur Verfügung. Bitte weiterlesen…

Bitte lesen Sie weiter auf Seite 2: Hamburg – Essen – Freiburg – Dinkelsbühl

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