Cancale.
Die kleine Stadt (ca. 5500 EW) liegt im Nordwesten der Bucht von Mont-Saint-Michel, etwa zehn Kilometer östlich von Saint-Malo, an der Côte d’Émeraude. Sie wird nich zu Unrecht für ihre Architektur und den malerischen Ausblick auf den Mont-Saint-Michel gerühmt. Der romantische Hafen (La Houle) liegt direkt am Meer und bietet eine gute Auswahl an Hotels und Restaurants.
Im Stadtteil Port-Mer liegt ein beliebter Sandstrand. Die etwa vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernte Pointe du Grouin ist ein beliebtes Ausflugsziel am nördlichsten Punkt des Stadtgebiets.
Cancale bezeichnet sich selbst als die „Austernhauptstadt“ der Bretagne. Hier werden in der Gezeitenzone Austern gezüchtet, und zwar die Pazifische Felsenauster (5000 t, Stand: 2000) und die seltenere Europäische Auster (1000 t, Stand: 2000). Beide Sorten genießen bei Kennern einen ausgezeichneten Ruf; lassen Sie es sich schmecken, hier, wo die Auster und der passende Weißwein die köstlichsten Geschmacks-Synthesen eingegangen sind.
Cap Fréhel.
Das Cap Fréhel (teils auch Cap Fréhal geschrieben, bretonisch Kab Frehel) ist eine Landzunge an der Côte d’Émeraude zwischen den Städten Saint-Malo und Saint-Brieuc, das in den Golf von Saint-Malo hineinragt.
Die Klippen bestehen aus rötlichem Sandstein, schwarzem Schiefer und dem von der Côte de Granit Rose berühmten rosa-farbenen Granit. Sie fallen steil zum Wasser hin ab und haben eine Höhe von bis zu 70 m.
Das Cap Fréhel ist ein viel und gern besuchtes Vogelschutzgebiet, welches eine Vielzahl an Brutvögeln beherbergt. Am zahlreichsten sind die Krähenscharben und Silbermöwen, außerdem kommen Lummen, Austernfischer, Herings-, Mantel- und Dreizehenmöwen, Papageitaucher, Eissturmvögel und Kolkraben vor.
Am Kap stehen zwei Leuchttürme. Einer stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde vom Festungs-Baumeister Vauban erbaut. Der andere stammt aus dem Jahre 1950, ist knapp 33 m hoch und kann zu bestimmten Zeiten bestiegen werden, was bei klarem Wetter für eine gute Sicht bis zur normannischen Halbinsel sorgt.
Vier Kilometer südöstlich befindet sich eine weitere Landspitze mit dem Fort La Latte.
Dinan.
Diese bretonische Stadt ist von einem beeindruckenden Ring an mächtigen Stadtmauern umgeben. Leider sind die meisten der zahlreichen Wehrtürme nicht mehr vorhanden. Die Altstadt liegt etwa 75 m über dem Fluss Rance, der nach Norden fließt und zwischen Saint-Malo und Dinard in den Ärmelkanal mündet. Dinan stellte lange Zeit den nördlichsten Punkt zum Überqueren der Rance und ihres breiten Mündungsdeltas dar. Durch den Bau des Canal d’Ille-et-Rance wurde eine schiffbare Verbindung mit der Hauptstadt Rennes hergestellt.
Die Geschichte Dinans ist seit dem 11. Jahrhundert bekannt, obwohl der Ort wahrscheinlich bereits seit der Antike besiedelt war. Bekannt wurde die Burg von Dinan in einer Darstellung auf einem Fragment der Teppiche von Bayeux. Darauf ist dargestellt, wie die Erdhügelburg des Ortes von den Soldaten Wilhelm des Eroberers angegriffen wurde.
Die Stadt hat einiges an Angriffen über die Jahrunderte zwischen dem 11. und dem 15. Jahrhundert erlebt, bis sie endlich im 18. Jahrhundert durch Handel und Webereien zu einiger wirtschaftlicher Blüte in Kontinuität kam.
Im 20. Jahrhundert wurde die Altstadt von Dinan zur Beute eines Brandes (1907) und im August 1944 von den abziehenden deutschen Nazitruppen quasi zum Abschied schwer bombardiert.
Bis in die heutige Zeit wurde das Kulturerbe von der Stadt restauriert. Die Fachwerkhäuser säumen noch heute die Place des Cordeliers, die Rue de l’Horloge und andere gepflasterte Straßen im Zentrum. Die Kirchen Saint-Sauveur und Saint-Malo liegen in der Mitte der beiden alten Gemeinden der Stadt. Dinan ist Anziehungspunkt vieler Touristen und erstreckt sich über die Stadtmauern hinaus bis in die Gemeinden Quévert, Taden und Lanvallay.
Quimper.
Die Stadt hat 63.473 Einwohner (Stand 1. Januar 2020), die französisch „quimpérois“ und bretonisch „kemperiz“ genannt werden. Ihr ursprünglicher bretonischer Name Kemper bedeutet Zusammenfluss, da sie an den Einmündungen des Jet, des Steïr und des Frout in den Fluss Odet errichtet wurde. Nach ihrem ersten Bischof, Saint Corentin, hieß die Stadt bis ins 18. Jahrhundert Quimper-Corentin (bret. Kemper-Kaorentin). Im Zuge der Französischen Revolution vorübergehend in Montagne-sur-Odet umbenannt, heißt sie heute einfach nur Quimper.
Die Stadt ist berühmt für ihre Porzellan-Manufaktur. In ihren Werkstätten werden seit vier Jahrhunderten Fayencen nach alter Tradition vollständig per Hand geformt und verziert. Zur Geschichte der Stadt gehören auch die sogenannten Niños de la Guerra, Flüchtlingskinder aus dem spanischen Bürgerkrieg, die hier mit ihren Begleitpersonen neben vielen anderen Bürgerkriegsflüchtlingen Aufnahme und Schutz fanden.
Quimper, der Name der Stadt ist bis heute unzertrennlich mit dem Widerstand gegen Nazideutschland verbunden. Das heutige Collège La Tour d’Auvergne, zur Zeit seines Namensgebers bereits seit 1621 ein Jesuiten-Kolleg, war während der Zeit der Besatzung ein Zentrum des Widerstands gegen die Deutschen, in dem sich viele Lehrer und Schüler engagierten. Bereits im Juni 1940 setzten sich zwei Schüler nach Großbritannien ab, um sich dort den Forces françaises de l’intérieur (FFI) anzuschließen, während an der Schule selbst begonnen wurde, Flugblätter und Zeitungen zu verteilen. Ab 1942 begann dann die Organisation von Widerstandsgruppen.
Die Schule war zu zwei Dritteln von den Deutschen besetzt, doch im Sommer 1943 etablierte sich hier eine aus etwa 15 Schülern bestehende Gruppe, die direkte Aktionen gegen die Besatzer organisierte. Sieben ihrer Mitglieder kamen im Untergrund oder bei der Deportation ums Leben. Die Schule war geheimer Treffpunkt wichtiger Führer des Widerstands und Lagerplatz für Waffen und Materialien, die für Sabotageakte benötigt wurden. In den Monaten April und März 1944 wurde im Chemielabor der Schule von einer Aktivistin, die von einem alliierten Flugzeug mit dem Fallschirm abgesetzt worden war, zusammen mit dem Physiklehrer Kurse für Schüler organisiert um diese zu befähigen, mit Sprengstoffen umzugehen. Ziel war es, Anschläge auf Bahnanlagen zu verüben. Wie durch ein Wunder blieb vieles, was an der Schule passierte, den Besatzern verborgen. Doch es kam auch zu Verhaftungen durch die Gestapo.
Vom 4. bis 8. August 1944 umzingelten rund 900 Widerstandskämpfer aus unterschiedlichen Organisation in einer gemeinsamen Aktion die noch von der Wehrmacht besetzte Stadt und befreiten sie. Quimper war seitdem die erste bretonische Gemeinde, die ohne Hilfe der Alliierten befreit wurde.













































